02. Aug 2017

Lumibär und Chocolate Lamp und die Geschmacklosigkeit.

Oder: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich mich übergeben möchte…

Alternativ: Ich kann im Moment gar nicht so viel schreiben, wie ich den Kopf schütteln muss…


Text: Joachim Ritter
Photos: Maria Imagenes (Chocolate Lamp)


Vielleicht erinnern Sie sich noch an den sogenannten „Lumibären“. Die große Version der bekannten Weingummibären von Flötotto, die aus sich heraus leuchteten. Ich muss zugeben, dass ich mit meiner Prognose in den neunziger Jahren falsch gelegen habe. Ich war davon ausgegangen, dass der Lumibär nach zwei bis fünf Jahren massenhaft auf dem Sperrmüllhaufen an den Straßen stehen würde. Ich hatte unrecht. Hat er nicht, denn die Geschichte verlief anders…

Zunächst war der Lumibär ein beliebtes Objekt und hat sowohl dem Hersteller Flötotto wie auch den zahlreichen Händlern Mitte der neunziger Jahre einen mächtigen Umsatzschub verschafft. Dann aber wurde der Markt von Plagiaten gesäumt. Der Hersteller meldete im Jahr 2002 Insolvenz an und das endgültige Aus kam im Jahr 2007. Überlebt hat allerdings tatsächlich der Lumibär und seine Nachkommen sowie teils entfernten Verwandten…

Was lernen wir hieraus? Einfache Ideen, die schnell zu kopieren sind, scheinen zwar das schnelle Geld zu bringen, stellen aber mittelfristig ein hohes Risiko dar. Ist ein derartiges Produkt wirklich so kreativ oder aber nur ein schnelles Fastfood-Produkt, welches einem irgendwann Bauchschmerzen bereitet?

Doch nun kommt eine neue Variante im 2017-Look: die Chocolate Lamp. Dieses Produkt hat eben die Form eines Schokoladenstücks und – wie soll es anders sein – leuchtet als Acrylprodukt von innen heraus in Weiß, Rot, Gelb oder Grün, farbwechselnd in LEDs. Mal abgesehen davon, dass Grün und süßes Essen nun so gar nicht zusammenpassen wollen, ist es doch wirklich kein Genuss oder Highlight. Doch es kommt, wie soll es anders sein, noch schlimmer…

Die Chocolate Lamp hat den European Product Design Award in Bronze für Bodenleuchten gewonnen. Das sagt sicherlich eine Menge über die Qualität von Awards aus, ist aber zumindest geschmacklos.

Bei der Entwicklung seiner Kollektion Chocolate Design ließ sich der chilenische Industriedesigner Pedro Pablo Herrera Daniel von Lebensmitteln inspirieren. Zudem sollten die Produkte modular aufgebaut werden – so wie der Zauberwürfel von Rubik.

Die Chocolate Lamps sind lasergeschnitten aus thermoverformtem Acryl, der Fuß und die vertikale Struktur aus schwarzem und weißem Metall. Das Gehäuse besteht aus sechs Modulen, die mittels RGB LED-Streifen hinterleuchtet sind. Diese liefern Licht in mehr als zehn Farben und Lichtstärken. Konzipiert wurde die Leuchte für die Anwendung in Privathäusern. Eine Wandanbau- sowie eine Pendelvariante sind in der Entwicklungsphase.

Zur Kollektion „Chocolate“ gehören auch Kaffeetische und Schränke. Hergestellt werden diese Produkte aus furniertem Holz beziehungsweise aus mit elektrostatischer Farbe lackiertem Metall.


Über Pelo HD

Pedro Pablo ist Gründer und Geschäftsführer vom Pelo HD Design Studio in Santiago de Chile. Zum Team gehören Innenarchitekten und Modedesigner.

Das Designbüro entwickelt Möbel und Einrichtungen für den Ladenbau und die Innenraumgestaltung. Selbständige Projekte wie die Produktlinie Chocolate werden nun auch Teil ihres Portfolios. Neben „Chocolate“ arbeitet Pelo HD an zwei neuen Produktsortimenten, die auch lebensmittelverwandt sind: Honig und Bier.


www.pelohd.com

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