Text: Dorukalp Durmus
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10. Jan 2013

Farbenlehre im zeitgenössischen Kino

Farbe im Kino kann als Bedeutungskontext definiert werden. Man kann durch sie erkennen, ob das, was wir wahrnehmen, Fantasie oder Realität ist. Farbe ist nicht nur eine komplementäre, wahrnehmbare Eigenart von Licht. Sie wirkt auch einen starken, unterbewussten Einfluss auf unser visuelles System aus. Durch die Geschichte, die sie erzählt, kann Farbe jeglichen Inhalt signifikant verändern.

Der griechische Historiker Herodotus beschrieb den berühmten siebenstöckigen Turm von Babel, indem er den prunkvollen Tempel in sieben Farben unterteilte. In der griechischen Mythologie ist Iris die Göttin des Regenbogens, die göttliche Mutter der Farben. Später, als die griechischen Götter das Interesse verloren, führte Da Vinci die Geschichte fort. Neben der Chiaroscuro (Helldunkelmalerei – der Verwendung unterschiedlicher Farbtöne und Glanzpunkte zur Erzeugung von Tiefe) setzte er seinVerständnis von Licht ein, um seine berühmten Gemälde zu schaffen. Seine Farbenlehre basierte auf sechs Elementarfarben, die in den meisten seiner Kunstwerke vertreten sind, einschließlich in seinem Gemälde der Mona Lisa, das bekannteste Kunstwerk der Welt. Aber auch Goethe und Newton hatten jeweils eine eigene Farbenlehre entwickelt. Als Goethe damit anfing, die Wände seines Sommerhauses nach seiner Farbtheorie anstreichen zu lassen, begannen viele Andere damit, sich mit der Bedeutung von Farben auseinanderzusetzen. Es ist offensichtlich, dass Farben unabdingbar für die Menschheitsgeschichte sind, nicht nur als Medium (Wellenlängen), sondern auch in der Art undWeise wie sie reflektiert werden als entscheidendes Element, wenn es um Sinn und Bedeutung geht.

Werden wir von Farben manipuliert?
Es ist äußerst wichtig, die Motivation von Licht und Farbe zu verstehen, um ihre inhärenten Auswirkungen vollkommen einschätzen zu können. In der Psychologie wird behauptet,dass Farben einen Einfluss auf unseren Realitätssinn ausüben. Das Kino geht hier noch einen Schritt weiter, denn es erweckt und manipuliert Erwartungen, indem es Farben zu bestimmten, uns ungewohnten Zwecken einsetzt und sie somit zumTeil der Geschichte macht. Im zeitgenössischen Kino ist die Farbenlehre bereits sehr etabliert und in gewisser Weise mit dem auf dem Gebiet der Beleuchtungstechnik weit verbreiteten Begriff „Farbtemperatur“ verwandt. […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 85.

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