Kolumne: Joachim Ritters Blog: Schwarmverhalten und Leadership

01. Dez 2015

Facebook, LinkedIn, Twitter, Pinterest und andere Presseinformationen

Text: Joachim Ritter

Ja, ich habe mich bei Facebook angemeldet. Ich gestehe, dass ich auf der Welle mit der Masse mitschwimme und einer von Vielen bin. Und LinkedIn und Twitter. Ich wollte ein Teil sein von alledem. Nun bin ich einer von alledem, ständig und pausenlos…

Obwohl, so langsam erkenne ich: so wirklich weiter bringen mich die sozialen Netzwerke nicht, wenn es um die Frage Weiterbildung in meinem Bereich geht. Um ganz ehrlich zu sein. Ich habe schon jetzt ein Völlegefühl im Magen, wenn ich an all die Bildstrecken von Festessen auf Facebook denke, die ich zu Weihnachten verdauen muss. Einen kleinen Vorgeschmack gab es ja schon aktuell zu Thanksgiving. Ach, wüsste ich doch, welcher LED-Strahler den Truthahn beleuchtet, dann könnte ich doch wenigstens reflektieren, ob dieser Truthahn mit einer Glühlampe früher noch knuspriger ausgesehen hätte.

Soziale Netzwerke sind wichtig, wenn sich die Masse mit einer Stimme artikulieren sollte. Ein Zeichen setzen, dem Millionen von anderen folgen können und so dokumentieren, wie die Masse denkt. Das ist freie Meinungsäußerung und zumindest ein kontinuierlicher Gradmesser der Mehrheit, die wahrscheinlich mehr Bedeutung hat als die politische Wahl von Volksvertretern. So war es bewegend, weltweit all die Installationen mit den Farben der Trikolore zu sehen, wie auch die Millionen von Likes auf Facebook. Doch gab es auch Hersteller, die aus der Installation ihres Firmengebäudes eine Presseinformation gemacht haben und dieses zur Vermarktung genutzt haben.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, welche Funktion der Journalist hat und was überzeugter Journalismus auch in Zeiten der sozialen Netzwerke bedeutet. Denn seine Verantwortung ist es, Informationen zu sammeln, diese zu evaluieren und entsprechend aufbereitet, mit aller gebotenen Neutralität seinen Lesern zu übermitteln. Denn die Masse alleine ist nur ein Spiegelbild der allgemeinen Ansicht, träge in der Entwicklung und die Extrempositionen überschattend – im Guten wie auch im Schlechten.

Freier Journalismus bedeutet, die richtigen Entwicklungen und die wahre Information zu erkennen und im Sinne der Gesellschaft – oder der Lichtdesigngesellschaft – zu präsentieren.

Der VIA-Verlag und die Professional Lighting Design stehen für diese Überzeugung. Journalismus und Meinungsbildung braucht kritische Positionen. Wir freuen uns deshalb, erste Stimmen wahrzunehmen, die wieder eine gute Fachzeitschrift schätzen, auf Papier gedruckt und nicht verlinkt mit der schnellen raschen Information, die belanglos ist und nicht evaluiert wurde.

 

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