10. Aug 2016

Text: Alison Ritter

Die Erinnerungen, die ich an mein Schulleben habe, sind nicht nur positiv. Kein Wunder, dass ich mich entschieden habe, Lehrerin zu werden…! Warum haben mir die Jahre an meiner weiterführenden Schule so gefallen? Diese Frage habe ich mir erst einige Jahre nach meinem Schulabschluss gestellt. Und es dauerte noch ein paar Jahre, bis ich überhaupt auf eine Antwort kam. Das Wichtigste, was ich in der Schule gelernt habe war: Es hing von mir selbst ab.

Es hing von mir selbst ab, wie ich mich durch Lernen „bilden“ wollte. In Deutsch nutzt man sogar das Wort „Bildung“, um diesen Prozess zu beschreiben. Andere europäische Sprachen nutzen Begriffe wie formation (Französisch), formazione (Italienisch), formación (Spanisch), formação (Portugiesisch), formasjon (Norwegisch), bildning (Schwedisch). Verstehen Sie, was ich meine?
Interessanterweise stammt der englische Begriff „education“ aus dem Lateinischen „educare“, was so viel bedeutet wie: erziehen – das herausziehen, was in einem steckt.

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Ich war ganz gut in der Schule. In den früheren Jahren auf dem Gymnasium habe ich für Fächer wie Physik und Chemie gute Noten bekommen, weil ich einfach auswendig gelernt habe. Zwei, drei Jahre später gab uns unsere Englischlehrerin eine Liste von empfohlenen Büchern – mit dem Vorschlag, wir sollten ein paar Titel aussuchen und lesen. „Und wenn euch ein Roman besonders gut gefällt, sucht ein weiteres Werk von demselben Autor und lest das auch“, fügte sie hinzu. Die Liste enthielt auch weitere Werke von den Autoren unserer Pflichtlektüren. Ich befolgte die Empfehlung der Lehrerin und fing an, mich für historische Romane und Romane, die sich mit gesellschaftskritischen Themen befassten, zu interessieren. Bald stellte ich fest, dass ich eine Vorliebe für bestimmte Schriftsteller entwickelt hatte.

In meiner Schule durften / sollten die SchülerInnen die eigene Schullaufbahn bestimmen, indem sie sich – einfach ausgedrückt – für Geisteswissenschaften oder Naturwissenschaften entschieden. Ich interessierte mich für Fremdsprachen (Deutsch, Latein, Französisch), wobei ich auch Pflichtfächer wie Englisch und Mathe, sowie Wahlfächer wie Erdkunde oder Geschichte, Kunst oder Musik sowie Philosophie und Politik – Fächer, welche die Diskussion und Debatte anregten – belegen musste. Dann gab es natürlich auch Sportunterricht … obwohl das, was auf dem Rugbyfeld herumlief, wesentlich interessanter war als meisterhaft miteinem Hockeyschläger umgehen zu können.
Zusätzlich zum obligatorischen Schulunterricht wurde uns empfohlen, an außerschulischen Aktivitäten wie Orchester, Fotoverein, Theaterwerkstatt, Film-Klub und verschiedenen Sportarten teilzunehmen.

Meine Hauptfächer bei meinem Abschlussexamen waren Deutsch, Englisch und Französisch. Danach habe ich Fremdsprachen studiert und die Lehrerausbildung an derselben Hochschule absolviert. So bin ich qualifizierte Lehrerin (ein anerkannter Beruf) geworden.

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Warum erzähle ich Ihnen das alles? Nicht nur damit Sie ein Bild von mir als Schülerin habe, glauben Sie mir! Ich sah mehr oder weniger aus wie jetzt. Jünger und schlanker natürlich und mit langen dunklen Haaren – mit Strähnchen. Einmal ein Hippie, immer ein Hippie. Es ist das, was in mir ist, dass sich geändert und entwickelt hat. Durch meine Schulausbildung und wie ich dazu ermutigt und gefordert wurde, meine persönlichen Interessen und Begabungen zu entwickeln, meine Stärken und Schwächen zu erkennen, meine Vorgaben und Ziele zu definieren und meinen Platz in der Welt zu finden, in der ich leben wollte.

Meine Schulausbildung, die Art und Weise wie ich gelernt habe, hat mein Leben geprägt. Obwohl ich keine Klassen von schwierigen Teenagern mehr unterrichte und keinen müden, leicht abgelenkten Top-Managern mehr helfe, ihr „Business English aufzufrischen“ und mich jetzt eher auf Übersetzungen konzentriere, ist es mir durchaus bewusst, dass Lernen ein Teil von mir ist. Ich werde auch nie aufhören, zu lernen. Jeden Tag lerne ich neue Wörter in verschiedenen Sprachen. Ich begrüße und freue mich über neuen Input.

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Viele der praktizierenden Lichtdesigner heute haben keine akademische Qualifikation in Lichtdesign. Das liegt nicht daran, dass sie bei den Prüfungen durchgefallen sind, sondern weil Bachelor oder Master-Programme in Lighting Design erst vor zirka 20 Jahren ernsthaft entwickelt wurden. Ein Hochschulabsolvent mit einem Abschluss in Lighting Design in der Tasche hat sicherlich einiges an Wissen zum Thema Licht und Beleuchtung gewonnen und hatte eventuell auch die Möglichkeit, mit Licht „herumzuexperimentieren“ und praktische Erfahrungen mit Licht und Leuchten zu machen. Wenn dieser Berufsanfänger sich für eine Karriere als Lichtdesigner entscheidet, wird er zunächst als neu qualifizierter Mitarbeiter in einem Planungsbüro anfangen und sich langsam aber sicher das aneignen, was erforderlich ist, um ein professioneller Lichtdesigner zu werden. Das dauert natürlich und ist auch ein Lernprozess. Lernen von und mit Kollegen, Lernen durch Fehler, Lernen durch die Teilnahme an Seminaren, Konferenzen oder praktischen Workshops, Lernen durch moderierte Diskussionen und Debatten … Stellen Sie sich mal vor: Sie sind diese/r Berufsanfänger/in. Die Wahl des Seminars, Workshops oder der Debatte hängt davon ab, worauf Sie sich fokussieren wollen: Technisches Know-how, praktische Fähigkeiten, Präsentationstechniken, Zeitmanagement, der Umgang mit Bauherren. Durch die Erweiterung des eigenen Wissens und der eigenen Kompetenzen können Sie Ihre Karriere gestalten – und sich „bilden“. So entdecken Sie neue Möglichkeiten und setzen sich Ziele …

Es hängt von Ihnen ab.

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