05. Mrz 2010

Wände niederreißen
El Parque da Juventude in São Paulo/BR

Text: Andréa Espírito Santo
Photos: Neide Senzi; Collection; Nelson Kon; José Luiz Brenna

Der berühmte französische Schriftsteller und Poet des 18. Jahrhunderts Victor Hugo sagte einst: „Wer eine Schultür öffnet, schließt ein Gefängnis“. Wenn der Verfasser von „Les Misérables“ heute mit uns wäre, würde er auf jeden Fall das Konzept der Freiheit im Lichtdesign und in der Architektur gutheißen, das für den Parque da Juventude entwickelt wurde.

Wände, die eine Geschichte von Skandalen, die Verletzung von Menschenrechten und zahlreiche andere Formen der Gewalt und des Verbrechens beherbergen – das ist der Ruf, den das Casa de Detenção in São Paulo, auch Carandiru genannt, lange Zeit hatte. Dieser Ruf wurde durch einen Film des Regisseurs Hector Babenco mit dem gleichen Titel verbreitet. Das Gefangenenzentrumwar das größte Gefängnis Süd-Amerikas. Es befindet sich im Bezirk Santana im nord-östlichen Teil São Paulos/BR. Es wurde 1920 als Hochsicherheitsgefängnis eröffnet und von angesehenen Personen wie Claude Lévi-Strauss besucht. Doch nach zwei Jahrzehnten stieg die Besorgnis darüber unter lokalen und föderalen Behörden. Das Ge-fängnis wurde zu einem Hauptprotagonisten der urbanen Degradierung Santanas: Immobilienpreise fielen; zahlreiche Ausbrüche und die dunkle, strenge Architektur sorgten dafür, dass das Gebäude unter der Bevölkerung gefürchtet wurde. Mehr als 8000 Menschen wurden in die engen Zellen, die eigentlich für 3250 Menschen gedacht waren, regelrecht gequetscht. Die Zellen waren schlecht beleuchtet und ungenügend belüftet. Der Anfang des Endes dieser Horrorgeschichte kam im Jahre 2002, als –aufgrund des gesellschaftlichen Drucks und des politischen Willens – Teile des Gefängnisses geschlossen und spezifische Sektionen zerstört wurden. Die Aufgabe war es, eine Institution zu schaffen, die der Gesellschaft junge, qualifizierte Leute gibt, die gute Chancen auf dem Berufsmarkt haben. Die Lösung: Der Parque da Juventude (Park der Jugend). Ein weiteres Ziel dieser Transformation war es Bereiche für Sport, Freizeit und Kulturaktivitäten auf dem 300.000 Quadratmeter großen Areal zu entwickeln. Im Laufe der Neunutzung und der Sanierung wurde der Ort in drei große Bereiche – Parks – unterteilt: der Sportpark (Parque Esportivo), in dem Spielfelder für Volleyball, Handball, Fuß- und Basketball gebaut wurden; der Zentralpark (Parque Central), einem Bereich für natürliche Landschaft, in dem ein Stück ursprünglichen Waldes revitalisiert und Zirkulationswege, Fahrradstrecken und Strecken zum Rennen und Laufen integriert wurden. […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 70

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