Kommentar: Eine Frage der EhreLet’s be honest …

04. Apr 2013

Eine Frage der Ehre

Text: Joachim Ritter

Ich will wirklich nicht meckern, und schon gar nicht will ich jemanden absprechen, an einem Projekt beteiligt zu sein. Aber im Großen und Ganzen scheinen viele Probleme damit zu haben, ihre Beteiligung an Projekten präzise definieren zu können. Man mag gar nicht mal  Absicht zur Falschaussage unterstellen. Es scheint einfach zu schwierig zu sein, genau zu beschreiben, was exakt zum Gelingen eines Projektes beitragen wurde.

Möglicherweise ist es auch nur eine Frage des Verständnisses oder der Interpretation oder ganz einfach der falschen Wortwahl. So bedeutet die Meldung „Hersteller X beleuchtet das neue Bürogebäude in Y“ nicht zwingend, dass die Firma X das Bürogebäude in Y beleuchtet hat. Es bedeutet wahrscheinlich ausschließlich, dass sie Leuchten produziert haben, die von einem Lichtplaner ausgeschrieben wurden, die dann möglicherweise von einem fremden Spediteur geliefert, von einem Team von Installateuren eingebaut und dann von dem Lichtdesigner fokussiert wurden.

Und weil es vorkommt, dass durchaus auch einmal zwei unterschiedliche Hersteller an einem Projekt beteiligt sind, kann es in der Kommunikation auch schon mal vorkommen, dass manchmal zwei Firmen in Presseinformationen ein Projekt beleuchtet haben. Besonders ist dieses möglich bei Projekten wie Fußballstadien oder Bürogebäude, wo ein Hersteller Produkte für die Innenräume und ein weiterer das Equipment für die  Fassadenanstrahlung hergestellt und hat liefern lassen.

Nein, es ist wohl so zu verstehen, dass die Firmen, die für sich beanspruchen, ein Projekt zu beleuchten wohl irgendwie stolz auf die Ergebnisse sind und hier ein unbändiges Mitteilungsgefühl haben. Es reicht dabei nicht, die Produkte produziert und geliefert zu haben, die wunderbar funktionieren. Nein, es heißt, wir haben das Projekt beleuchtet. Die sprachlich eindeutige Version müsste allerdings lauten: Wir haben die gewünschten Leuchten produziert und liefern lassen, die das Gebäude beleuchten. Na ja, zumindest ein Teil davon. Das ist in der Regel noch immer eine großartige Leistung, aber anscheinend nicht großartig genug, um Stolz hierfür zu empfinden.

Ich will dabei gar nicht ausschließen, dass es in entsprechenden Unternehmen sogar Planungsabteilungen gibt, die auch die Lichtplanung machen. Dann aber sollte es wohl heißen, dass die Lichtplaner des Herstellers eine Planung erarbeitet haben, die zum Erfolg der Beleuchtung beigetragen hat. Es mag etwas besserwisserisch klingen, aber ist es nicht so, dass es noch immer einzelne Menschen sind, die einer Planung erarbeiten, und nicht eine Institution wie zum Beispiel ein Unternehmen. Der Fokus liegt wohl etwas anders. Es mag sein, dass diese Planer Mitarbeiter des Unternehmens sind und doch bleiben es Menschen, die etwas schaffen.

Es ist ähnlich wie bei intelligenten Gebäuden, die es eigentlich gar nicht gibt. Denn noch immer müssen wir Menschen eine Planung erarbeiten, die eine intelligente Anwendung von technischen Komponenten beinhaltet. Also ist es maximal eine intelligente Planung von möglicherweise einem intelligenten Mitarbeiter.

Doch zurück zu den Projektbeteiligten eines Bauwerkes. Die Entwicklung des Menschen und die grundsätzliche Auffassung, dass wir Spezialisten brauchen, bedeutet, dass jedes Gebäude ein Team von Spezialisten hat, die miteinander arbeiteten und gemeinsam etwas realisieren.

Der endgültige Erfolg ist das Ergebnis von Teamarbeit – jedes Teammitglied braucht Anerkennung und jedes Teammitglied muss ehrlich sein, wenn es darum geht, was er/sie für eine Rolle gespielt hat. Es wird Zeit, dass der Begriff „gegenseitiger Respekt“ wiederbelebt wird.

Let’s be honest …

Text: Joachim Ritter

I really don’t want to find fault all the time. And I certainly don’t want to deny anyone the right to claim they have been involved in a project. It would appear top be difficult for many players, however, to define exactly what their role was on a given project. I would not go so far as to say that people deliberately provide false information, but it seems to be too much to ask for someone to describe what their specific contribution to the success of the project was.

Maybe it is simply a question of understanding or interpretation, or just the wrong choice of words. The headline: “Company X lights the new office building in Y” does not necessarily mean that company X actually designed the lighting for the office building in Y. It is more likely that they manufactured the luminaires specified by the designer and that those luminaries were supplied by yet another company, installed by a team of electricians, and finally focussed by the lighting designer.

Since it is often the case that luminaires are specified from more than one company, it may well be that press releases from two or more companies claim that those respective companies lit that project. This happens a lot when it comes to football stadiums or administration /office buildings, where one manufacturer supplied products for interior application and another the equipment for the façade lighting.

What the lighting companies are claiming only goes to show how proud they are of the results. And this is what they desperately want to communicate. It is not enough to have manufactured and supplied products that do the job perfectly. They want to underline the fact that they were involved in the project. Correctly formulated, they should be saying: ‘We supplied the products that were specified to illuminate the building’. Well, some of the products at least. As a rule, that is already a “good job done”, but obviously not good enough to warrant feeling proud.

Of course, some manufacturers do indeed have design departments that design the lighting schemes for certain projects. In that case, they should be communicating that it was their own design team who worked on the project and helped make it the success it is. Let’s be honest … we all know that lighting is not always designed by individual lighting designers, or light planner, or whatever they call themselves. There are manufacturers who offer these services. The focus may be a little different. And it may well be that the designers are employed directly by the manufacturer. But they are still human beings with the skill to create.

It reminds me of when people talk about intelligent buildings. No building is intelligent as it stands. It requires human beings with skills and know-how to design systems comprising highly technical components that allow the building to function in an intelligent way. What we are really talking about at the most is intelligent planning performed by one or more intelligent employees.

To sum up, let’s return to the project team involved in the creation of a building. Human development as a whole, and the basic conception that we need specialists, means that every building has a team of specialists behind it who collaborate at a professional level to realise a common project. The final success is therefore the result of teamwork – each player needs acknowledging and each player must be honest about what his/her role was. It’s high time we revived the notion of “mutual respect”.

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