04. Okt 2012

Die Stadt als Lichtlabor
Mit mehr als 140.000 Gästen bezifferten die Veranstalter
die Zahl der Besucher bei der Luminale 2012

Text: Alison Ritter
Photos: Andreas Wiegand

Die Luminale – Biennale der Lichtkultur – gehört inzwischen zu den Klassikern unter den Frankfurter Großereignissen. Zum sechsten Mal erweiterte das Lichtfestival die Weltleitmesse Light+Building in die Abend- und Nachtstunden. Auch dieses Jahr verwandelten bekannte Größen des Lichtdesigns, junge Künstler und Studenten das Rhein-Main-Gebiet in ein internationales Lichtlabor der Lichtkultur und Lichtkunst. Dabei wurde der Trend zu Projektionen auf Gebäuden und interaktiven Installationen weiter verstärkt. So zieht die schon vor Jahren auf der Luminale präsentierte Digitalisierung des Lichts immer weitere Kreise.

Nach den Anfangsjahren eines rasanten Wachstums hat sich das Festival bei rund 150 Veranstaltungen eingependelt und gehört damit zu den etablierten und bedeutenden Architektur- und Designfestivals in Europa. Zwischen Aschaffenburg und Mainz, Offenbach und Darmstadt stand die Region im Zeichen des Lichtes. Schwerpunkte war Frankfurt mit rund 100 und Offenbach mit rund 40 Licht-Ereignissen. Trotz typisch deutschen launischen Aprilwetters kamen mehr als 140.000 Besucher. Allein im Palmengarten, dem zentralen Treffpunkt der diesjährigen Luminale, drängten sich an den sechs Tagen rund 30.000 Gäste, mehr als doppelt so viele wie 2010. Die Luminale verwandelte den grünen Garten mit neun Lichtinstallationen in „Lunas Park“.
Gleich im Eingangsschauhaus des Palmengartens empfing die Lichtkünstlergruppe „Luminauten“ die Besucher mit ihrer Installation „Schöner Schein“ – ein leuchtender Blütenhimmel, der die Glaskuppel des Gewächshauses von außen betrachtet erstrahlte. Beim Eintreten staunten die Besucher jedoch nicht schlecht, als sich die farbenprächtigen Blüten in eine bedrohliche Meute aus fleischfressenden Pflanzen verwandelte: Ein Spiel mit dem Bruch zwischen Attraktivität und Schrecken. Das verführerisch lockende Papierblütenmeer wurde in farbiges Licht getaucht und mit ornamentalen, aus der Besucherbewegung generierten Projektionen bespielt. In Anlehnung an die im Eingangsschauhaus befindlichen Kulturräume für fleischfressende Pflanzen verwandelten sich die Blütenkelche – auf den Lautstärkepegel im Raum reagierend – in den „kleinen Horrorladen“, der alsbald schmatzend bedrohlich über den Besuchern schwebte. Hatte dieser sich wieder beruhigt, verschwanden die Mäuler und die Blüten tauchten wieder ab in ihr scheinbar idyllisches Farbenmeer. Vollendet wurde der „Schöne Schein“ im Außenbereich durch die im Seerosenteich schwimmenden Leuchtrosen aus Papier, durch die der Besucher weiter zum Parkinneren geleitet wurde. […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 84.

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