Planungsbeteiligte:


Museum: Scuderie del Quirinale
Kurator: Giovanni Villa
Architekten: Emilio Alberti, Mauro Zocchetta
Lichtdesign: Consuline, Francesco Iannone, FPLDA, Serena Tellini, PLDA

 

Eingesetzte Produkte:


167 LED-Sonderlösungen von Targetti. Durch Steuerung wurden Teile der Wellenlängen
des Lichtes je nach Bedarf ausgeblendet.

05. Okt 2011

Malerische Kunst in 3D
Die Ausstellung von Lorenzo Lotto in Rom/I verändert die Philosophie der Beleuchtung von Kunst

Text: Joachim Ritter
Photos: Alfredo Cacciani

Lorenzo Lotto ist einer aus der Kaste der Künstler, die geniale Arbeit geleistet haben, doch zeitlebens scheinbar vom Pech verfolgt arm und unbeachtet geblieben sind. Er war ein Maler, der in der Regel zur falschen Zeit am verkehrten Platz wirkte. Erst der Tod beschert diesen Künstlern den Ruhm, der ihnen gebührt und zumindest in den Kunstgeschichtsbüchern einen festen Platz einräumt. Doch die Geschichte kann irgendwann auch gerecht sein. Die Ausstellung von Lorenzo Lotto vom 2. März bis zum 12. Juni 2011 in der Scuderie del Quirinale in Rom wurde erstmalig mit einer technisch wie inhaltlich neuer Lichtphilosophie präsentiert. Ein Konzept, welches die Auffassung von der Beleuchtung von Gemälden der großen Maler der Renaissance nachhaltig verändern wird.

Bestehende Auffassung der guten Beleuchtung von Kunst ist aktuell noch eine möglichst gleichmäßige und flächige Beleuchtung. Leuchtenhersteller haben ihreTechnik auf diese Anwendung hin perfektioniert. Jede Firmenbroschüre namhafter Hersteller bringt uns unzählige Beispiele für „gute und gleichmäßige“ Beleuchtung. Eine Dömane der Hersteller für hochwertige Lichtprodukte. Die neue Beleuchtungsphilosophie des italienischen Lichtdesignbüros Consuline geht Wege, die alles Bestehende nicht nur in Frage stellt, sondern als veraltet und zweidimensional erscheinen lässt. Und erst jetzt wird dem Betrachter klar, dass die aktuelle Auffassung in der Tat nicht anders war als eine zweidimensionale Beleuchtung. Niemand hat dieses auch nur in Frage gestellt, denn im Prinzip entspricht dieses auch der Realität. Gemälde großer Maler sind zweidimensional. Dabei ist es an der Zeit in der heutigen modernen Zeit mit dem bestehenden neuen Wissen diese Zweidimensionalität in Frage zu stellen. Waren nicht auch Kinofilme bisher zweidimensional und versuchen wir nicht auch diese Tatsache mit technischen Hilfsmitteln wie Brillen oder Verschiebungen zu überwinden? Wir versuchen zumindest unser Gehirn mit diesen Mitteln zu „linken“ und den Eindruck einer realistischen dreidimensionalenWelt zu vermitteln. Wir bewegen uns in der Welt der Wahrnehmung. Das ist das urtypische Thema für Lichtdesign. Was also wäre, wenn Serena Tellini und France-sco Iannone von Consuline einen Weg gefunden haben, Gemälde der Renaissance in unserem Gehirn einen dreidimensionalen Touch zu geben. Für die Beleuchtungsbranche wäre dieses in der Tat so bedeutend wie die Einführung des 3D-Kinos oder 3D-TVs. Es gäbe uns die Möglichkeit, Kunst anders zu empfinden, eben so, wie der Maler die Szenen empfunden hat. Die Lichtdesigner bekämen die Aufgabe, die Gefühle und die Bilder des Malers zu beleuchten, so wie er sie im Kopf hatte. Kunst erhält eine neue, lebhafte Komponente. Um es vorweg zu nehmen, die Beleuchtung der Ausstellung von Lorenzo Lotto in Rom ist der Einstieg in eineneue Qualität der Beleuchtung. […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 78.

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