Projektbeteiligte:


Bauherr: Holy Redeemer Gemeinde
Architekt: Fernando Menis, Menis Arquitectos

20. Sep 2013

Textur und Wahrnehmung

Die Holy Redeemer Kirche in La Laguna/E

Text: Sonja Kiekens, Joachim Ritter
Photos: Menis Arquitectos / Simona Rotta

Das Paradebeispiel für die Philosophie, mit Licht und puren Betonwänden einen atmosphärischen Raum zu schaffen, ist Tadao Ando. Der japanische Architekt hat mit der Wirkung des Lichts, Materialien und Raumform einen Ort geschaffen, an dem die Menschen durch das Licht zusammengeführt werden. Sein Lichtkreuz, entworfen im Rahmen seines Projekts „Kirche des Lichts“ in den 1980er Jahren, gehört zu den meist beschriebenen und interpretierten Belichtungen mit Tageslicht der sakralen Architektur und gilt vielen noch immer als beispielhaft.

Die Holy Redeemer Kirche in La Laguna/E des Architekten Fernando Menis ist ein weiteres Musterbeispiel der Tageslichtarchitektur. In seinem Entwurf folgte Fernando Menis vor allem dem Minimalismus und der Natur: der Textur und dem Licht. Menis nutzt die natürlichen Gegebenheiten der vorhandenen Topographie und begründet darauf seine Auswahl der Materialien, die das Erscheinungsbild der Kirche prägen. Licht ist dabei das architektonische Element, das die Textur des Gebäudes zur Geltung bringt. Es gilt mit dem Tageslicht zu gestalten, mit seinen Schattierungen, seinen Wanderwegen.

Als hätte jemand einen Block aus dem Steinbruch gehauen und ihn auf spanischen Boden geworfen. In vier Teile zerbrochen, lehnen die Einzelelemente aneinander, unruhig, als würde ein kräftiger Schub sie auseinander reißen. Die Außenmauern sind kraftvoll, der Beton in seiner Masse fast brutal. Eine archaische Monumentalität. Expressiv, roh, selbstgefällig. Haptisch eine Reminiszenz an die staubige Saharaluft, die sich einmal im Jahr in La Laguna, im Norden von Teneriffa, niederlässt. Trocken. Rau. Unruhig. Aber dann geht die Sonne auf und verwandelt alles. Der Beton fängt an zu leuchten, alles Brutale ist verschwunden, eingetaucht in die Dynamik des Tageslichts scheint der Stein plötzlich liquide. Die Wucht bröckelt, wirkt auf einmal einladend leicht, alles Stoische wird dynamisch. […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 89.
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