Text: Anusha Muthusubramanian

05. Feb 2012

 Gestalttheorie im Lichtdesign

Im aktiven Prozess der visuellen Wahrnehmung suchen das Auge und das Gehirn nach visuellen Reizen, die mit den biologischen Bedürfnissen zusammenhängen, die für visuelle Ordnung sorgen und so die Lesbarkeit der Umgebung ermöglichen. Ein Teil des visuellen Wahrnehmungssystems des Menschen befasst sich mit der dynamischen Tendenz, das gesehene Umfeld automatisch zu organisieren, um den Gleichgewichtssinn aufrechtzuerhalten, wenn das Auge visuell überlastet wird.

Dieser Wahrnehmungsprozess wurde von deutschen Psychologen in den 20er und 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts beschrieben. Sie haben eruiert, wie der Mensch durch die Wahrnehmung fähig ist, trotz der unzählbaren visuellen Sinneseindrücke Strukturen und Ordnungsprinzipien auszumachen. Der deutsche Psychologe Wolfgang Koehler behauptete, dass Reizfragmente bei der Informationsverarbeitung zu einer lesbaren Gestalt umorganisiert werden. Diese Theorie wurde als Gestaltpsychologie bezeichnet. Grundlegend für die Gestalttheorie ist die Maxime: „Eine Gestalt ist mehr als die Summe der Einzelteile“.Unser visuelles Wahrnehmungssystem betrachtet Einzelteile und macht daraus organisierte Muster, sprich: das Ganze. Diese Form der Psychologie befasst sich mit den kognitiven Prozessen höherer Ordnung, die den Behaviorismus bestimmen. Diese behauptet, dass die Wahrnehmung Sinneseindrücke vereinfacht und vereint, um die phänomenologische Komplexität auf eine einfachere, geordnete, visuelle Rekonstruktion der Formen zu reduzieren. Die Organisation ähnlicher Reizfragmente in zumeist vereinfachten Beziehungen verleiht wahrgenommenen geordneten Mustern eine relative Stabilität.

Die Bedeutung der Gestalttheorie für den Designer
Der Lichtdesigner, der die Gestalt-theorie versteht, hat wesentlich mehr Kontrolle darüber, was der Betrachter sieht, wenn er eine Kompositionaus Licht und Schatten betrachtet. Es ist wichtig, dass der Designer nach-vollziehen kann, wie der Betrachter visuelle Reize wahrnimmt und wie er seine Umgebung liest und deutet. Licht ist eine umgebungsbedingte Variable, die die kohärente Wahrnehmung einer Gestalt unterstützt. Eine architektonische Komposition wird durch Licht nachvollziehbar und lesbar. Licht in seinen vielen Nuancen und Anwendungen kann Elemente entweder abschwächen oder hervorheben. Durch Licht kann der Betrachter den Raum erleben, da Licht die Wahrnehmung von Raum oder Gestalt ermöglicht.[…]

—-

Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 80/81.<

My opinion:

Leave a comment / Kommentieren

Leave the first comment / Erster Kommentar

avatar
wpDiscuz

©2017 published by VIA-Verlag | Marienfelder Strasse 18 | 33330 Guetersloh | Germany

Page generated in 0,201 seconds. Stats plugin by www.blog.ca