Text und Photos: Rebecca Degiorgio

24. Jan 2014

Der Umgang mit dem Erbe
Die Beleuchtung von Stätten des Weltkulturerbes – Fallstudie Valletta

Als Teil des Master-Studiengangs „Light and Lighting“ an der Bartlett School of Graduate Studies, University College London, schrieb Rebecca Degiorgio ihre Abschlussarbeit zum Thema: Die Rolle der Beleuchtung in historischen Stadtkernen. Dabei setzte sie sich im Besonderen mit einer Form der städtischen Beleuchtung auseinander, die weit mehr anspricht als ein Grundbedürfnis nach Sicherheit. Die Studie konzentriert sich auf die Stadt Valletta, Malta und ist ein Versuch, das wahrgenommene Bild der Stadt bei Tag und Nacht zu erfassen und festzustellen, wie gestaltetes Licht dazu beitragen kann, Probleme zu lösen und sich den Herausforderungen zu stellen, welche Welterbestätten erleben.

In den vergangenen Jahrzehnten erlebte die städtische Beleuchtung eine grundsätzliche Verwandlung. Das Licht in Städten ist nicht mehr eine Frage der Funktionalität sondern eine kulturbedingte Angelegenheit. Es geht heutzutage darum, die Erkenntnis und Neuentdeckung der markanten Besonderheiten der Stadtmorphologie zu fördern. Die Beleuchtung von Städten, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe anerkannt werden, wird als wesentlicher Teil der Stadtsanierung und Stadterneuerung betrachtet. Terzi (2001) erklärt, dass eine gute Beleuchtung in der Lage ist, Details aufzuwerten und fragmentierte Stadtteile wieder zu ordnen, um Atmosphären wiederherzustellen, welche eine sinnvolle Hierarchie widerspiegeln, die tagsüber dank des Übermaßes an visuellen Informationen schwer wahrzunehmen ist. Der traditionelle Ansatz scheint bloß den Bedarf abzudecken, die Nacht „abzuwenden“, bis der nächste Tag anfängt. So wird oft ein einzelnes Denkmal – eine Fassade oder ein Platz – illuminiert. Terzi (2001) argumentiert, dass es häufig um Denkmäler oder Sehenswürdigkeiten, welche als repräsentativ für die kollektive Identität gehalten werden, geht. Das führt zu einer Zerstörung des Gesamtbildes der Stadt, zu einer Verfälschung der Eigenschaften der architektonischen Räume (in der Stadt). Es besteht aber immer eine Verbindung zwischen dem Denkmal und dem urbanen Kontext, die nicht ignoriert werden sollte. Von UNESCO und ICOMOS aufgestellte Charter und Richtlinien, wie das Wiener Memorandum (2005) und die Valletta Principles (2011), legen die Rahmenbedingungen sowie die Notwendigkeit dar, historische Städte als Ensembles oder historische Stadtlandschaften zu betrachten. Das geht über das einzelne Denkmal hinaus, steigert aber die Bedeutung der Umgebung und verleiht dem Standort einen breiteren sozialen Kontext. […]

Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 91

My opinion:

Leave a comment / Kommentieren

Leave the first comment / Erster Kommentar

avatar
wpDiscuz

©2017 published by VIA-Verlag | Marienfelder Strasse 18 | 33330 Guetersloh | Germany

Page generated in 0,162 seconds. Stats plugin by www.blog.ca