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Architekten: KLab Architecture / Konstantinos Labrinopoulos Athen/GR

05. Feb 2012

Der Placebo-Effekt
Eine Apotheke in Athen/GR, die Wirkung zeigt

Text: Petros Dermatas
Photos: Panos Kokkinias

 Der britische Architekt und Architekturhistoriker Kenneth Frampton schreibt im Vorwort der griechischen Ausgabe seines Werkes „Moderne Architektur“, dass keine andere Hauptstadt dieser Welt eine so große Akzeptanz für moderne Architektur zeigt wie Athen. In Wirklichkeit besteht die griechische Hauptstadt aus endlosen Reihen relativ undifferenzierbarer Wohngebäude, wovon die meisten nicht mehr als sechs Stockwerke haben. Dies ist vor allem auf ein Gesetz zurückzuführen, das den Bau von Häusern untersagt, die die Sicht auf den Parthenon einschränken könnten. Das entstehende Stadtbild ist dementsprechend monoton, wenn gleich die Gebäude im menschlichen Maßstab erscheinen. Die Apotheke„Placebo” in Glyfada, einer der nobelsten Vororte Athens, unterbricht diese architektonische Monotonie mit einem außergewöhnlichen Fassadenkonzept.

Die vom Athener Architekturbüro KLab Architecture (Kinetic Art of Architecture) 2010 realisierte 600 Quadratmeter große Apotheke hat wahrscheinlich sehr wenig mit unserer gewöhnlichen Stamm-Apotheke gemein. Gelegen in einer der schickesten und teuersten Vororte südlich der griechischen Metropole, verbindet sie all das, was ein gutes Projekt ausmacht: Konzept, Raum, passendes Design und wahrscheinlich ein gut fundiertes Budget. „Pharmazie“ leitet sich von dem griechischen Wort Pharmakon ab, was so viel bedeutet wie „Medikament“oder „Medizin“, wohingegen „Placebo“ von dem spätlateinischen Wort „placebo“ abstammt und so viel bedeutet wie: „Ich soll Freude bringen.“ In der heutigen Zeit verwenden wir das Wort vor allem mit dem Terminus „Placebo-Effekt“, was das Auftreten therapeutischer Wirkungen nach Scheinbehandlungen, insbesondere nach der Vergabe von Scheinpräparaten (Placebos), bezeichnet. Das Team von KLab Architecture, das von der Zeitschrift Wallpaper 2008 zu den angesagtesten jungen Architekturbüros gewählt wurde, spielte mit der Bedeutung des Wortes „Placebo“ – ebenso wie die Materialität oder Immaterialität des Gebäudes – und so entschieden sich die Architekten für die Idee, ein virtuelles Gebäude zu bauen: eine Placebo-Apotheke. Die Apotheke liegt an der Vouliagmenis Boulevard und damit an einer der großen Verkehrsadern, die den Vorort Glyfada mit dem Zentrum Athens verbindet. Die Architekten ließen sich von den ständigen Bewegungen und dem Tempo der Straße inspirieren und nahmen diese räumlichen Eigenheiten in ihre Gestaltung auf. „Unser Ziel war es, die Qualitäten der Umgebung zu übernehmen und sie durch die Architektur auszudrücken.“, so Konstantinos Labrinopoulos von KLab Architecture. Bei dem anmutenden Neubau handelte es sich ursprünglich um einen oktogonalen Autopavillon. Die Architekten verwandelten den einst einfachen Zweckbau in einen spannenden, zylindrischen Baukörper. Entscheidend hierfür war die Konstruktion eines mehrschichtigen Fassadensystems: über die ursprüngliche Fassade des Autopavillons zieht sich eine spiralförmige, weiße, perforierte Metallwand. Eine weitere Schicht bildet die aus Bambushölzern bestehende Verkleidung, die die ursprüngliche Fassade nach oben hin abschließt. […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 80/81.

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