Büros und Verbände: Designer mit Licht statt LichtarchitektenDesigners who have chosen to work with light

05. Apr 2012

Designer mit Licht statt Lichtarchitekten
Joachim und Alison Ritter im Gespräch mit Mark Major und Keith Bradshaw über die veränderte Philosophie des Planungsbüros Speirs + Major

Photos: Alison Ritter

Auch das wohl bekannteste Büro für Lichtdesign Speirs + Major ist kein Selbstläufer und bleibt nicht von Veränderungen verschont. Die Überzeugung für Qualität scheint die einzige feste Größe in der Entwicklung des Büros. Alles andere wurde in den vergangenen zwei Jahren untersucht und neu durchdacht. Joachim und Alison Ritter führten ein Gespräch mit Mark Majorund Keith Bradshaw und erhielten interessante Einblicke in die Gedankenwelt des Büros sowie in das neue Verständnis für die Bedeutung des Lichtdesigners.

JR: Alle reden von den Veränderungen im Lichtmarkt. Was für Veränderungen seht ihr als führendes Lichtdesignbüro?

Keith: Wir glauben, dass der Beruf reifer werden muss. Wir haben für uns entschieden, dass das wichtigste Wort beim Lichtdesign definitiv „Design“ ist. Wir sehen uns nun als Designer, die bewusst mit Licht arbeiten und nicht mehr als Lichtarchitekten. Nicht, dass wir nicht auf unsere Herkunft stolz sind. Das sind wir schon. Aber der Markt ändert sich. Die Abgrenzungen zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen werden immer verschwommener. Genau darauf reagieren wir.

JR: Wo liegt der Unterschied?

Keith: Der Begriff Design bestätigt den Ansatz unserer Arbeit sowie die breitgefächerten Fähigkeiten unseres Teams. Einige von uns sind Architekten, die sich mit Licht befassen. Viele unserer Mitarbeiter haben ihre Wurzeln in anderen kreativen Bereichen. Wir müssen anerkennen, dass wir uns nicht mehr nur an architekturbezogene Betrachtungsweisen orientieren.

JR: Was hat sich in den letzten zwanzig Jahren denn verändert und was erwartet ihr von der Zukunft?

Mark: Als ich Mitte der 80er Jahre zum Lichtdesign kam, gab es in Großbritannien nicht sehr viele Kollegen. Damals war eine der reizvollen Aufgaben im Lichtdesign, die Möglichkeit deine eigenen Regeln zu definieren. Ich kam aus der Architektur, die nur so vor Regeln strotzte. Im Gegensatz dazu schien es im Lichtdesign absolut keine Regeln zugeben. In diesem Sinne schien es auf der kreativen Ebene wesentlich offener zu sein. Auch war unser detailliertes Wissen über Licht damals noch sehr beschränkt. Ich kann sagen, dass ich mit der Einstellung von vor zwanzig Jahren heute in meinem Büro wahrscheinlich keinen Job bekommen würde! Andererseits kompensierten wir das, was uns an tiefgehendem Verständnis und technischem Know-how fehlte, vollständig durch unseren intuitiven Ansatz. Die Tatsache, dass wir nun viel mehr wissen, belegt, was wir für Fortschritte gemacht haben. Wir stellen nun Mitarbeiter ein, die nicht einfach von einem anderen Beruf abgewichen sind und sich die Grundlagen der Lichtplanung selbst beigebracht haben – sie haben sich von Anfang an bewusst dafür entschieden, Lichtdesigner zu werden und haben sogar den Schwerpunkt ihrer Ausbildung oder ihres Studiums auf diesen Bereich gelegt. Während heutzutage Lichtplaner vielleicht philosophische Diskussionen über die Beziehung von Licht und Gesundheit führen oder darüber diskutieren, wie man nachhaltige Lichtlösungen realisieren kann, wird Lichtdesign als Disziplin, im Gegensatz zu früher, nicht mehr hinterfragt.

JR: Sind damit die Lichtplanungen der unterschiedlichen Planungsbüros eher vergleichbar? Gibt es noch Raum, um anders zu sein?

Mark: Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke, man kann heutzutage leichter vergleichen, doch wenn wir der Meinung sind, dass das Licht so geplant werden soll, dass es nicht auffällt, sondern lediglich die Architektur unterstützen soll, liegt das eher daran, dass sich die Architektur ähnelt. Die Anzahl der Lösungen über Voutenbeleuchtung ist natürlich beschränkt! Es gibt auf jeden Fall Möglichkeiten, anders zugestalten. Deswegen erweitern wir unseren Horizont. Wir sind der Meinung, dass einige der kreativeren und interessanteren Möglichkeiten außerhalb der Architektur in der weiten Designwelt liegen.

Keith: Ich habe vor kurzem einenVortrag zum Thema „Sollte man gutes Lichtdesign sehen können?”gehalten. Persönlich unterscheide ich zwischen dem unauffälligem Licht und dem Licht, das ich eher integriertes Licht nenne. Integriert heißt für mich ein konzeptioneller Teil des Designs, durchaus auch eine formale Veränderung der Architektur durch Licht. […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 82.

Designers who have chosen to work with light
Joachim and Alison Ritter talked to  Mark Major and Keith Bradshaw about the changing philosophy at Speirs + Major

Photos: Alison Ritter

Even Speirs and Major, one of the most well known lighting design firms in the world, need to continue to develop their practice. Their firm conviction to delivering quality remains a constant in the development of their work and their team. In the last two years everything has been reviewed and challenged. Joachim and Alison Ritter talked to Mark Major and Keith Bradshaw and learnt about their interesting approach to projects and their new understanding of the role and responsibilities of the lighting designer.

JR: Everybody is talking about the changes the lighting design market is undergoing. As a leading lighting design practice in the market, what changes do you see occurring?

Keith: We feel very strongly that the profession in itself has to mature. For us, we have decided that the most important word in lighting design is ‘Design’ with a capital D. We see ourselves as designers who have chosen to work with light, and no longer as lighting architects. Not that we aren’t proud of where we have come from. We are. But the world is changing and the boundaries between different disciplines are becoming increasingly blurred. We are responding to that.

JR: Where does the main difference lie?

Keith: The term design recognises the approach to our work and the broader skills of our team. You could say some of us are architects working with light but many of our team come from different creative areas. I guess we are recognising that we are no longer driven by architectural considerations alone.

JR: What is different now compared to the last twenty years, and what do you expect of the future?

Mark: When I first came into lighting design in the mid 80s there were not a lot of lighting designers around in the UK. One of the things that was exciting about lighting de-sign in those days was the opportunity to define your own set of rules. I came from architecture, which was full of rules. In lighting design there didn’t seem to be any rules whatsoever. In that sense it seemed more open on a creative level. Also our detailed knowledge about lighting design was so limited at that time that I would say that if I went back twenty years I probably wouldn’t get a job in my own office! Having said that, what we lacked in under-standing about some of the more detailed, technical aspects of lighting at that point we more than made up for in terms of an intuitive approach. The fact that our know-ledge is now far more detailed shows the progress we have made. Now we have people coming to work for us who haven’t simply deviated from some other profession and taught themselves the basics – they have actually decided they are going to be lighting de-signers from the outset and in many cases focussed their early education on light. Also whilst people may behaving philosophical discussions about the relationship between light and health or questions about creating sustainable lighting solutions, no-one is questioning the relevance of the field of lighting design as they were in the early days.

JR: Does that mean that lighting designs from different design practices are more comparable nowadays? Is there still space for being different?

Mark: That’s a really good question. I think things are a lot more comparable now, but if we believe that the lighting is there not to be noticed in its own right and is to support the notion of the architecture then perhaps the problem is that the architecture is becoming too similar. You can only do so many schemes where the light is concealed in slots! Anyway, certainly there is room for being different. That’s why we are broadening our reach. We believe that some of the more creative and interesting opportunities exist out-side architecture in the wider field of design.

Keith: I gave a talk the other week on ‘should you be able to see good lighting?’ For me there is a real difference between concealed light and what I call integrated light. Integra-ted for me means conceptually integrated as part of the design. To all intents and purposes a formal change to the architecture through light. […]

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The full version of the article can be found in PLD No. 82.

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