05. Feb 2011

Stadtblüten
Der Square des Frères-Charon in Montreal/CDN blüht auf

Text: Alison Ritter
Photos: Marc Cramer

Seit Laurant Fachard im Jahr 1997 dem Tabu ein Ende gesetzt hat, Parkanlagen großflächig mit Farbe zu gestalten – lange bevor LEDs ein ernstzunehmendes Tool waren – gilt farbige Beleuchtung durchaus als beliebte Option bei der Gestaltung städtischer Parks, Plätzen und Gärten. Fachard hat so den Parc de Gerlande in Lyon zu einem Mekka für Lichtdesigner und Stadtplaner gemacht. Doch obgleich er mit diesem Projekt bewiesen hat, dass farbiges Licht in Grünanlagen funktionieren kann, wenn das Gesamtkonzept stimmig ist, besteht zum Einsatz farbiger Beleuchtung zur heutigen Zeit doch ein entscheidender Unterschied. Mehr Technik bietet aktuell mehr Möglichkeiten. Vor allem Farbdynamik und dadurch ständig wechselnde Eindrücke bedeuten eher eine Qual der Wahl und paralysieren den Entscheidungsprozess. Farbige Halbschatten sind kaum noch Konzept, sondern werden allenfalls als unvollständig betrachtet. Und was passiert, wenn ein solches ‚Event‘ mitten in der Stadt in einem kleinen Gartenplatz angebotenwird? Montreal hat es gewagt. Mit Erfolg.

Mit der Modernisierung der Altstadt von Montreal und den Bezirken Faubourg des Récollets, Cité du Multimedia und Quartier International de Montréal (QIM) wurde auch die Notwendigkeit der Erneuerung von öffentlichen Räumen, wie dem Square des Frères-Charon,deutlich. Der Platz trägt zu den städtischen Beziehungen zwischen Alt Montreal und den Cité du Multimedia und Faubourg des Récollets-Bezirken, ebenso wie zu dem Alten Hafen und der McGill Straße bis hin zum Quartier International de Montréal bei. Die Lage des Platzes als innerstädtischer Ort, wo Bereiche verschiedener urbaner Charaktere zusammenfließen, stellte bei der Definition seiner Rolle, seines Charakters und den Ortssinn eine Herausforderung dar. Der Square des Frères-Charon bietet sich als erlebbare, zeitgemäße städtische Gartenlandschaft, die von der ursprünglichen Nutzung des Grundstücks, einem Feuchtgebiet, wo die Gebrüder Charon im 17. Jahrhundert eine Windmühle errichteten, inspiriert wurde. Die neue Gestaltung ist als Reaktion auf die Revitalisierung eines nicht mehr funktionierenden Industriebereichs konzipiert. Das Projekt beruht auf eine einfache aber raffinierte und minimalistische Architektursprache, die einen Dialog zwischen den kreisförmigen und zylindrischen Formen, einschließlich eines Gartens mit wilden Gräsern, den Resten der ehemaligen Windmühle, sowie einem Parkpavillon in Form eines Follys (Zierbau) ersucht. Das Designteam, bestehend aus einer Künstlerin, einem Architekten, einem Landschaftsarchitekten und einem Lichtdesigner, wurde von der Stadt Montreal zusammengestellt. Das Ziel der Stadt war, neue Ansätze für die räumliche und formale Definition eines öffentlichen Raumes zu erkunden zu eruieren. […]
—-
Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 75

My opinion:

Leave a comment / Kommentieren

Leave the first comment / Erster Kommentar

avatar
wpDiscuz

©2017 published by VIA-Verlag | Marienfelder Strasse 18 | 33330 Guetersloh | Germany

Page generated in 0,200 seconds. Stats plugin by www.blog.ca