Text: Dr. Martin Lupton

19. Jul 2009

Tageslicht

Sicherlich kann man derzeit niemanden finden, der behauptet, dass Nachhaltigkeit kein bedeutendes Thema im Lichtdesign ist. In den letzten Jahren haben viele Persönlichkeiten des Lichtdesigns ihre Position zu diesem Thema geäußert. Interessanterweise gehen die Meinungen hierzu weit auseinander: von der Ansicht, dass Nachhaltigkeit und die Gesetzgebung, die sie mit sich bringt, der Vorbote das Ende des Berufes sei, bis hin zum Glauben, dass es die bislang größte Chance ist, die Anerkennung des Berufs zu erlangen. Ich persönlich würde mich eher Letzerem anschließen – endlich gibt es ein Thema in Bezug auf Licht, über das Menschen reden möchten. Wir müssen nur unsere gesamten Aktivitäten konzentrieren und uns als Branche auf die richtige Vorgehensweise fokussieren. In meinen Augen ist dies nicht die unüberlegte und politische Anwendung von Gesetzen und unzähliger Kritik, aber ein ganzheitlicher Ansatz, der alle wichtigen Elemente der Nachhaltigkeit berücksichtigt– soziale, wirtschaftliche und ökologische. Die Technik spielt eine wichtige Rolle. Es besteht kein Zweifel daran, dass die LED ein großer Teil der Zukunft sein wird und, was noch bedeutender ist, eine bessere Kontrolle von Licht in der Nutzung ermöglicht. Aber auch professionelles Lichtdesign wird verstärkt eine wichtige Rolle spielen. Wenn wir nur nach einer technologischen Lösung suchen, dann werden wir die Kurve nur ein wenig verändern – die Welt entwickelt sich, möglicherweise wird die Technologie effizienter, aber am Ende wird das gewonnene Energiepotential durch andere Ergänzungen wieder verloren. Es ist ein Ansatz, aber nur ein vorübergehender – wir müssen im Sinne von Entscheidungsarchitektur denken. Wir müssen die Sichtweise der Menschen (Architekten, Kunden und Endverbraucher) ändern, wie sie über die Nutzung und Anwendung von Licht denken und die größte Chance hierzu bietet die Förderung und Nutzung natürlichen Lichts. Das natürliche Licht ist die einzig wahre und nachhaltige Quelle des Lichts. Vor ungefähr fünf Jahren fing ich an zu erkennen, dass Architekten das Gestalten mit Tageslicht verlernt haben – ich sah Ansichten von Gebäuden, bei denen die Grundlage für das Design der Fassade in dem Bild lag, welches das Gebäude zur Straße hin präsentierte.

Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 67.

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