Projektbeteiligte:


Architekten: Ateliers Jean Nouvel, Paris/F in Partnerschaft mit Hala Wardé
Bauherr: TDIC (Tourism Development & Investment Company)
AFM Agence France-Muséums
Bauingenieure: Konzeptdesign: ARUP
Ausführungsphase: Buro Happold, Transsolar
Beratende Ingenieure: Kostenmanagement MDA
Licht: AIK – Yann Kersalé
Kulissen: Ducks – Michel Cova
Landschaftsplanung: Michel Desvigne, Jean-Claude Hardy
Ausführende Architekten/Planungsphase: Youssef Tohmé, Raphael Renard,
Qiang Zou, Reda Slaoui
Ausführungsphase: Stefan Zopp, Jean-François Bourdet, Kris Geldof,
Frederic Imbert, Sébastien Yéou, Roula Akiki, Reda Slaoui.
Modelbau: Jean-Louis Courtois

05. Mai 2012

Ein modernes Pantheon
Das Louvre-Museum in Abu Dhabi/UAE

Text: Joachim Ritter, Jean Nouvel
Visualisierung: Artefactory (Eric Anton), Clément Oudin, Raphael Renard (AJN)

Wenn es für Lichtästheten eine Kuppel gibt, die man unbedingt kennen sollte, dann wohl die des Pantheons in Rom, der größte Hallenbau der Antike, mit 43 Metern Höhe und 43 Metern Durchmesser. Das prägnanteste Element des Gebäudes ist das neun Meter große Kuppelauge. Die Kuppel ist allerdings auch eines der bedeutendsten Symbole der arabischen Architektur. Und das geplante, neue Louvre-Projekt von Jean Nouvel in Abu Dhabi tut nicht mehr und nicht weniger, als dies zu unterstreichen. Allerdings nicht mit einer Öffnung in der Kuppel, sondern modern interpretiert – faszinierend, begeisternd und hemmungslos kreativ.

Klimatische Bedingungen beeinflussen architektonische Räume. Die Lichtverhältnisse sind in unserer Wahrnehmung elementarer Bestandteil des Klimas. In unserer gebauten Architektur und unseren Raumatmosphären definieren wir die Bedingungen in der Architektur oftmals als Gegensatz zu den Außenraumverhältnissen. In heißem Klima bevorzugen wir kühle Innenräumen, in kaltem Klima warme Räume. Der Mensch reagiert sensibel auf starke Temperaturänderungen – Kunstwerke auch. Das neue Louvre-Museum in Abu Dhabi ist Ausdruck für derartige Beobachtungen. Die Architektur ist geprägt von großzügigem Raumvolumen, einer verspielt anmutenden, transparenten Kuppel, die ein eigenes Universum definiert. Der Raum wirkt durch ihre außergewöhnlichen Lichteffekte und Schattenspiele einladend, faszinierend und beruhigend. Das ist erstaunlich für unsere Zeit, denn werden wir derzeit nicht überrollt von den Möglichkeiten des farbigen Lichts, von Farbwechseln und angepasster Dynamik? Nichts von der sich uns aufdrängenden Technik trägt zu der Qualität der Atmosphäre bei. Einzig das Tageslicht und die Ausformung der Architektur machen die Faszination des Projekts aus. Es entstehen großzügige Räume, die von einem beruhigenden Schimmern durchdrungen sind, wie wir es vom Meer kennen, wenn die Sonne sich in ihm spiegelt. Es sind Räume, die sich nicht von der Umwelt abschotten, sondern die für die natürlichen Rahmenbedingungen durchlässig sind und diese als gegeben akzeptieren. Es ist die Bestimmung des Gebäudes, sich als Element der Kultur zu definieren, als Teil der Geschichte und dem Genius Loci, dies allerdings nicht übersetzt in eine Welt der Dunkelheit, sondern der Ausgestaltung in modernes Baumeisterwissen. Es ist wohl ein Zeichen an unsere baukulturelle Gesellschaft, dass dies einen starken Einfluss auf die Lichtverhältnisse hat. […]

—-

Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 83.

My opinion:

Leave a comment / Kommentieren

Leave the first comment / Erster Kommentar

avatar
wpDiscuz

©2017 published by VIA-Verlag | Marienfelder Strasse 18 | 33330 Guetersloh | Germany

Page generated in 0,351 seconds. Stats plugin by www.blog.ca