Kommentar: Business as usualBusiness as usual

01. Mrz 2013

Business as usual
Die Leitmesse für Licht macht 2012 (erfolgreich) weiter wie bisher

Text: Joachim Ritter

Als die Verantwortlichen im Rahmender Pressekonferenz über die Light+Building 2012 berichteten, konnte man durchweg strahlende Gesichter erkennen. Sowohl der Vorsitzende der Geschäftsführung der Frankfurter Messe, Wolfgang Marzin,wie auch die Vertreter des verantwortlichen Partnerverbandes Licht im ZVEI, Christoph Hess, zuständig für den Bereich der Lampen und Leuchten, und Ingolf Jakobi, Hauptgeschäftsführer ZVEH, wussten nur Positives über die Entwicklung der Messe und des Marktes zu berichten. So wird auch die 2012er Ausgabe der Light+Building erneut Spitzenwerte erzielen. Sowohl bei den Ausstellern als auch bei den Besuchern werden 2012 Rekordzahlen erreicht. Mehr als 185.000 Besucher konnten nach der letzten Veranstaltung der Messe 2010 gezählt werden. Im kommenden Jahr nun peilt die Frankfurter Messe die 200.000er Marke an.

Wolfgang Marzin richtete gar einen persönlichen Dank an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel für den Rückenwind, den die Lichtindustrie durch die Diskussionen über das Energiesparen aktuell erfährt. Um die Innovationskraft und die Aufbruchstimmung der Lichtbranche zu verdeutlichen, zog Marzin einen Vergleich mit der Automobilbranche heran. So ist für ihn, wie auch für den ZVEI als offizieller Vertreter der deutschen Elektro- und Lichtindustrie klar, dass der Erfolg der Messe auf den neuen technischen Möglichkeiten der LED und dem Lichtmanagement basiert. Die Lichtbranche hat damit das Thema der Energieeinsparung und der Lichtbranche als konkurrenzlosen Motor des Wachstums zurückerobert.

Allerdings scheint diese Position nicht mit den Aktivitäten und Bemühungen der Celma, dem europäischen Dachverband der Leuchtenindustrie, abgestimmt zu sein, nämlich eine Betrachtung der Bedeutung und der Leistungsfähigkeit der Lichtbranche. Das ist kein Weg ohne Risiko. Die Bedeutung von Licht auf den energetischen Aspekt zu begrenzen, ist ver-gleichbar mit der Abwertung der Währung Licht von AAA auf B. Die Aufbauarbeit der vergangenen Jahre bezüglich des Einflusses von Licht auf den Menschen wird herabgestuft. Diese Vorgehensweise ist mit der der allgemeinen Baubranche vergleichbar, wo sich alle Planer auf das Thema der Energieeinsparung stürzen und die Bedeutung der Architektur und die Auswirkungen auf die Bauphysik in fast blindem Wahn übersehen. Darüber hinaus riskiert die hochwertige europäische Lichtindustrie – sollte sich diese inhaltliche Strategie widerstandslos fortführen – austauschbar zu sein und der asiatischen Konkurrenz für einen Preiskampf Tür und Tor zu öffnen. Ob das mittelfristig gut geht?

Die Argumentation, Energie einzusparen, ist bis zu einem gewissen Grad ohnehin fragwürdig, denn wäre dies tatsächlich das Hauptanliegen der Frankfurter Messegesellschaft und ihren Partnern, so wäre das Tageslicht und die energetische Relevanz sicherlich Teil der Ausstellungsnomenklatur. Ist es aber nicht! Und zwar gewollt nicht. Leere Ausstellungshallen gäbe es nämlich laut Wolfgang Marzinschon noch, allerdings fehlt dem Messeveranstalter aktuell gänzlich dasVerständnis für den Nutzen von Tageslicht und der Tageslichtgestaltung inder Architektur. Die Lichtindustrie hilft dabei auch nicht auf die Sprünge.

Business as usual
The famous Frankfurt fair faces the future…

Text: Joachim Ritter

At the press conference held by the organisers of Light+Building 2012 there were smiling faces everywhere. President and Chief Executive Officer (CEO) of Messe Frankfurt GmbH, Wolfgang Marzin, as well as representatives from the German Electrical and Electronics Industry Association (ZVEI): Christoph Hess, for the Lamps and Luminaires section, and Ingolf Jakobi, CEO of the German Association of the Electrical and IT Industry (ZVEH), were full of positive news about the development of the market and the forthcoming show. The 2012 edition of Light+Building is already promising to break all records when it comes to number of exhibitors and projected numbers of visitors. In 2010 Messe Frankfurt recorded more than 185,000 visitors. In the coming year they are looking at topping the 200,000 mark.

Wolfgang Marzin expressed his personal thanks to the German chancellor Angela Merkel for the support the lighting industry is benefiting from through the discussions on and around saving energy. To illustrate the innovative quality and enthusiasm with which the lighting industry is facing the future, Marzin drew a comparison with the automobile industry. For Mr. Marzin, and for the ZVEI association as the official representative of the German electrical and lighting industry, it is clear that the success of the next show will revolve around the latest advancements in LED technology and lighting controls. The lighting industry has regained energy efficiency and lighting technology as the unrivalled driving forces that will ensure growth.

This standpoint does not appear to align completely with the activities and efforts of Celma, the umbrella organisation for the European luminaire manufacturers’ associations, when it comes to the significance and achievement potential of the lighting industry. This is not without risk, of course. Confining the significance of light to energy issues only is comparable to adjusting the currency rating of light from AAA to B. All the work that has been done over the last few years on the impact of light on human beings is ignored to a certain extent. This is indicative of the building industry in general: planners from all disciplines are wallowing so deep in energy saving issues that they are practically losing sight of what architectural design is all about and ignoring the effect specific energy saving measures can have on building physics. At the same time, the revered European lighting industry – should they continue along these lines – will be risking making themselves interchangeable and leaving the door wide open for Asian competitors. Not a very healthy prospect in the medium term.

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