23. Apr 2018

Die mobile Installation „Light Bubble“ vom Designstudio Eness.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: Chris Newbury


Das Gefühl „in einer Blase zu leben“ mögen viele schon einmal gehabt haben. Oder man hat es bei Mitmenschen erlebt, oder von anderen gehört, denen es so ging. Manchmal ist alles etwas hektisch, man funktioniert in seinen Rollen und nimmt sich zu wenig zurück. Dabei sollte doch gerade die Zeit zum Jahresende etwas ruhiger und besinnlicher sein: einfach mal innehalten, die Blase verlassen und von außen betrachten.

Stünde die „Light Bubble“ gerade in eurer Nähe, wäre sie eine gute Visualisierung für diesen kleinen persönlichen Läuterungsprozess.

Natürlich gäbe es wie immer noch viele andere Interpretationsansätze für das Objekt, zum Beispiel es bloß als das zu betrachten, was es irgendwie auch ist – eine reine Spaßunterhaltung in einer Fußgängerzone, oder aber ihm zumindest anzurechnen, dass es eine kleine erfahrbare Demonstration von Licht, Ton und Interaktion liefert. Und am Ende hängt es vom individuellen Nutzer ab, was er darin sieht und daraus macht.

Es könnte ein bisschen von allem sein: Die „lebende“ Blase reagiert in Licht und Ton auf Interaktion der Vorbeigehenden, die ja sozusagen doch auf ein Sinnbild ihrer eigenen „Lebensblase“ blicken. Das synthetische Gebilde hat sechs Meter Durchmesser, wird mit Luft befüllt und seine Oberfläche ist mit einer Vielzahl von adressierbaren LED-Disks ausgestattet, die in beide Richtungen, also nach außen weg und in die Blase hinein leuchten. Die in die Haut integrierten Leuchten reagieren auf Berührungen. Außerdem gibt es einen Klangteppich, der ebenfalls auf Kontakt der Menschen reagiert. Die Designer sagen, der künstliche Organismus solle lichtbasierte Kunst des öffentlichen Lebens vermenschlichen und durch seine Schönheit oder Faszination dazu einladen, sich mit ihm zu beschäftigen. Zumindest eine gute Möglichkeit sich etwas zu entspannen.


Design: Eness


www.eness.com


 

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