Text: Dr. Amardeep M. Dugar

06. Dez 2010

Bürobeleuchtung: Wenn Forschung auf Design trifft

“In einer idealen Welt […] gäbe es einen nahtlosen und selbstverständlichen Wissenstransfer von der Lichtforschung in die Lichtdesignwelt. Die Forscher wären die Quellen des Wissens und der Erkenntnis auf allen Gebieten. Und die Designer wären die Nutzer dieses Wissens. Aber dies ist keine ideale Welt. […] Wenn man den gegenwärtigen Umgang mit Licht in der Lichtplanung betrachtet, könnte man meinen, dass Lichtforscher und Lichtdesigner auf unterschiedlichen Planeten leben.”(Boyce 1987)

Zielsetzung
Die wachsende Anzahl von Veröffentlichungen zum Thema Architekturbeleuchtung zeigt, dass sich schon zahlreiche Forschungsarbeiten mit der Bürobeleuchtung befasst haben und veröffentlicht wurden. Nur wenige haben jedoch zu einer Verbesserung der Gestaltung von Licht in der Büroumgebung beigetragen. Ziel dieser Veröffentlichung ist es, Empfehlungen auf Basis gesicherter Forschungsergebnisse vorzuschlagen, auf die sich Lichtdesigner und -planer beziehen können, um gute Lichtkonzepte für Büroräume zu erstellen. Diese Empfehlungen beruhen auf dem Studium der vorhandenen Literatur zu diesem Thema, auf praktischer Erfahrung sowie reinem Menschenverstand. Die Aufgabe des vorgeschlagenen Rahmenwerks soll nicht sein, eine systematische Klassifizierung oder Check-Liste für die Bürobeleuchtung zu erstellen, sondern vielmehr Perspektiven, Themen zur Analyse sowie Hinweise für das Gestalten mit Licht bieten.

Worum geht es
Betrachtet man die Veröffentlichungen zur Bürobeleuchtung unter dem Gesichtspunkt mangelnden Wissenstransfers von der Lichtforschung in die Lichtdesignwelt, so ergeben sich einige grundlegende Fragen: Erstens: Gibt es, wie von Boyce schon festgestellt (1987), einen Bedarf für die Lichtgestaltung von Büroräumen, die über die Lichtlösungen von Designern oder die Beleuchtungsempfehlungen in bestehenden Normen hinausgehen? Die Lichtlösung eines Designers ist die Kreation eines einzelnen Planers, der ein Konzept beruhend auf persönlicher Erfahrung und angeeignetem Wissen entwirft. Sein Wissen wird oft durch Erkenntnisse, die er im Theater als Bühnenbeleuchter erlernt hat, ergänzt. Er besitzt die Expertise mit Licht zu malen. Die Forschung spielt keine bedeutende – oder sogar gar keine – Rolle im Entwurfsprozess, da der Designer von den eigenen Fähigkeiten, der eigenen Kreativität und dem eigenen Urteilsvermögen überzeugt ist und selten Inspiration aus Forschungsergebnissen braucht. Eher selten kommt es vor, dass die Forschung doch einen Einfluss auf den Entwurfsprozess ausübt und zu einem neuen Gestaltungsansatz führt. Die Beleuchtungsempfehlungen in den bestehenden Normen haben andererseits wenig mit Kreati-vität zu tun. Sie werden eher von den Empfehlungen und Methoden bestimmt, die sich aus dem Konsens eines Komitees von Lichtexperten ergeben. […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 74

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