28. Aug 2015

Meeresleuchten wird zum Problem

Installation und Photos: Island Chen

Die Matsu-Inseln sind eine kleine taiwanesische Inselgruppe vor der Ostküste Chinas. Ihr wiederkehrendes ätherisches blaues Meeresleuchten zieht in der Nacht Tausende von Beobachtern an. Die hohe Menge an Dinoflagellaten (biolumineszente Algen), die zu diesem spektakulären Phänomen führt, entsteht durch eine intensive Nährstoffzufuhr in Form von Phosphaten. Die Folge ist ein erhöhter Ammoniumgehalt im Meer, der bei Meerestieren und Menschen zu Vergiftungen führen kann. Durch massive Verunreinigung unserer Gesellschaft schreitet das Wachstum der biolumineszenten Algen aktuell schneller voran. Dies erzeugt einerseits ein verstärktes Meeresleuchten, andererseits wird die damit verbundene Gefahr (unter anderem das Sterben von Meerestieren durch Toxine) erhöht.

Die Designerin Island Cheng will mit ihrer Installation „Blue Islands“ dieses spezielle Meeresleuchten einfangen und hinterfragen. Allerdings will sie auch auf die Problematik der Umweltverschmutzung und ihre Folgen aufmerksam machen: Die Ästhetik und den Luxus, den wir als Menschen erachten und für uns beanspruchen, bedeutet für die Umwelt und weitere Lebewesen einen Überlebenskampf.

Die Abdeckung des Würfels mit der Installation besteht aus einer Fresnel-Linsenstruktur. Über diese sollen die im Inneren befindlichen Algen das Tageslicht intensiver aufnehmen und das Algenwachstum verstärken. Durch Hinzufügen von landwirtschaftlichen Abfällen vermehren sich die Dinoflagellaten rasant: Durch Wasser, das über diese fließt, beginnt der Algenteppich blau zu leuchten.

www.islandchen.com

The BLUE ISLAND- Bioluminescent installation from Island Chen on Vimeo.

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