05. Okt 2010

Literarisch herausragend
Der neue Bibliotheksbau in Connewitz bei Leipzig/D

Text: Susanne Brenninkmeijer
Photos: Christian Richters

Elf Meter ragen die Lesesäle des neuen Bibliotheksbaus der Berliner Architekten Léon Wohlhage Wernik in den Raum des Leipziger Stadtteils Connewitz/D. So entstand ein, überdachter Platz, der das Kerngebäude in seinem historischen Umfeld zu einem selbstbewussten Baukörper werden lässt. Diese Präsenz des Bauwerks und seine daraus folgende intensive Kommunikation nach außen, geben dem Licht eine tragende Bedeutung. Nicht zuviel, doch auch nicht zu wenig dürfte die Aufgabe wohl gewesen sein. Hört sich einfach an, die Realität zeigt allerdings etwas anderes.

Die Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur, kurz HWTK in Berlin beherbergt aktuell etwa 7000 Studenten. Auf Grund steigender Studentenzahlen und neuer inhaltlicher Anforderungen musste die Hochschule räumlich expandieren. Im Zuge der dadurch entstehenden Neuorganisation des Campus, entstanden auf dem ehemaligen Parkplatzgelände an der Ecke zur Gustav-Freytag-Straße zwei gradlinige, miteinander verbundene Gebäude. In der Begründung der Jury, die dem Gebäudeduo der HWTK den letztjährigen Leipziger Architekturpreis zusprach, hieß es, „dass es den Berliner Architekten LéonWohlhage Wernik mit der neuen Bibliothek gelungen sei, das Ensemble als wichtiges Bindeglied zwischen den Solitärbauten der Hochschule und der städtischen Blockrandbebauung einzufügen“. Das beschriebene Ensemble sind zwei skulptural anmutende Gebäude: Das der Bibliothek und ein weiteres zur HWTK gehörendes, welches das Medienzentrum enthält, in dem die Ausbildung des Fachbereichs Medien und Drucktechnik stattfindet. Das gradlinig moderne Gebäudeduo im Süden Leipzigs, steht, getrennt durch die Gustav-Freytag-Straße, dem klassizistischen Hauptgebäude der Fachhochschule gegenüber. Die Architekten haben die bauliche Ecksituation optimal aufgelöst, indem sie zwei funktional und räumlich getrennte Baukörper geschaffen haben, die zwischen sich wiederum eine Platz- und Durchgangssituation entstehen lassen. Dieses kleine Ensemble schafft mittels der auskragenden Geschosse zwei überdeckte Platzsituationen, ohne jedoch zu viel Raum für die notwendigen Raumanforderung der Hochschule zu verlieren. Die Auskragung des Medienzentrums wendet sich der Bibliothek zu und verbindet sich so mit dieser zur zweiteiligen Gebäudeskulptur. Durch die mit weißem Glasmosaik gefliesten Fassaden, stehen die beiden Gebäude tags glitzernd in der leider zu seltenen Sonne Leipzigs. Die starke Reflexion der massiven Fassadenteile und die Lichtdurchlässigkeit der großen Fensteröffnungen verstärkt das Spiel der Lochfassade mit Natur- und Kunstlicht. […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 73

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