Text: Dr. Karolina M. Zielinska-Dabkowska MSc. Arch, Dipl. Ing. Arch (FH), PhD, PLDA

24. Jan 2014

Beleuchten oder nicht beleuchten?

Im Laufe der letzten hundert Jahren haben die Menschen das Erscheinungsbild des Nachthimmels radikal geändert. Die Entwicklung der Industrie, der Wandel des Lebensstils sowie der Massenkonsum tragen alle je nach Tageszeit dazu bei, die natürliche Dunkelheit in großen Bereichen unseres Planeten zu untergraben. Bisherige Studien belegen, dass Lichtinstallationen, die nach Einbruch der Dunkelheit sichtbar sind, einen negativen Einfluss auf die Pflanzen- und Tierwelt haben.

Künstliche Beleuchtung stört die Funktion spezifischer Organismen wie die von Vögeln, Fischen, Fledermäusen und Insekten. Beobachtungen haben gezeigt, dass zu viel künstliches Licht, besonders farbiges Licht, einen gewaltigen Einfluss auf nachtaktive Tiere hat, weil es ihren Biorhythmus stört. Die Vorliebe der Tiere nachtaktiv zu sein, kann von folgenden Faktoren abhängig sein: Vermeidung von Feinden, Unverträglichkeit der Hitze, sichereres Füttern oder Fortpflanzung. Änderungen im Umgebungslicht bei Nacht können zu Problemen bei der Fortpflanzung, zur Vermeidung von geeigneten Lebensräumen, zu Veränderungen im saisonbedingten Zugverhalten und zu einer Reduzierung oder sogar zum Aussterben bestimmter Arten führen. Trotz der zunehmenden Forschung bezogen auf den negativen Einfluss der Außenraumbeleuchtung auf Flora und Fauna wird dieses leider nur selten im praktischen Fall berücksichtigt, da die Forscher und Wissenschaftler, die sich auf Biodiversität spezialisiert haben, ihre Ergebnisse nicht mit denen teilen, die das Licht planen – professionellen Lichtplanern. Auf der anderen Seite fehlen den Lichtplanern Informationen zu dem Thema und es existieren auch keine anerkannten Richtlinien, denen man folgen könnte. Mit diesem Beitrag möchte ich eine Diskussion anregen, die auf den relativ neuen Entdeckungen darüber basiert, wie sehr alle Lebensformen auf Erden vom natürlichen Licht abhängig sind. Darüber hinaus möchte ich hinterfragen, inwiefern die Evolution in allen Lebensformen eine natürliche Sensibilität gegenüber dem jeweiligen natürlichen Lebensraum entwickelt hat, insbesondere im Bezug auf weißes und farbiges Licht. Zudem möchte ich eine Reihe von Richtlinien vorschlagen, die dabei helfen sollen, die negativen Einflüsse der Außenraumbeleuchtung auf das Leben von Vögeln und Fischen zu reduzieren.

Die Beleuchtung von großen Gebäuden und Strukturen
Seit der Erfindung der elektrischen Glühlampe haben sich Architekten, Gebäudeinhaber, Lichtplaner und die allgemeine Öffentlichkeit von der Außenraumbeleuchtung an Gebäuden begeistern lassen. Die Beleuchtung von Architektur wird mit Macht und Ansehen in Verbindung gebracht. Seitdem die Menschen jedoch umweltbewusster geworden sind, wird die Außenraumbeleuchtung anders betrachtet. Sie ist, kann man sagen, ein „heißes“ Thema geworden. […]

Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 91

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