15. Mai 2018

Wie die Lichtinstallation „Turning Sky“ in Chicago/US abstrakte Daten visualisiert.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: John Faier


So wie das tägliche, sich ständig ändernde Wetter ephemer ist, so ist es auch die Lichtinstallation „Turning Sky“ vom Künstlerkollektiv Luftwerk.

Sie ist Teil einer stillgelegten und in einen Spazierweg umgewandelten Bahnlinie im Westen Chicagos/US. Der Weg trägt den Namen „The 606“ und fungiert durch zahlreiche, temporäre und verschiedene Kunstwerke entlang der Route als Erlebnispfad. „Turning Sky“ ist eine an einer Brücke installierte Beleuchtungsstation, die die dynamischen Zustände der Stadt visualisieren soll. Dabei dient ihr als Datenquelle das lokale Wetter und die Witterungsverhältnisse. Die vielen LED-Lichtknoten der Installation zeichnen zunächst mal die Verbindungsstränge der Brücke nach, dann stellen sie mithilfe von wechselndem, farbigem Licht die gesammelten Informationen in Echtzeit dar – zum Beispiel Windverhältnisse und -geschwindigkeiten oder in Zukunft einmal die städtische Luftqualität. „Turning Sky“ versorgt den Erlebnispfad natürlich außerdem mit atmosphärischem Licht und somit mehr Dynamik.

Doch besonders am Projekt ist die Bereitstellung sowie Darstellung der Daten, die im Ursprung einem lokalen Messprojekt und einer Kollaboration von Stadt selbst, Chicagoer Universität und dem Argonne National Laboratory, die mehrere Messpunkte in der Stadt verteilt haben, um ihr daraus resultierend einen Mehrwert entwickeln zu können, entstammen. Diese Daten sind frei und offen zugänglich, doch durch die Lichtinstallation werden sie erst benutzerfreundlich und anschaulich für jeden visualisiert. Aus abstrakten Daten wird fühlbares Licht.


Auftraggeber: The Trust for Public Land

Design: Luftwerk


www.luftwerk.net


 

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