Kommentar: Aufruhr

14. Nov 2014

Wandel und Konsolidierung im Lichtmarkt nimmt Fahrt auf

Text: Joachim Ritter

Der Wandel und die Konsolidierung im Lichtmarkt nimmt Fahrt auf…und produziert Nachrichten, die allgemein aufhorchen lassen. Zuletzt war es der südkoreanische LED-Hersteller Samsung Electronics, der nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters Korrekturen an der Unternehmensstrategie vornimmt. Demnach wird Samsung das Engagement im Lichtmarkt außerhalb Südkoreas zurückfahren. Als Gründe wird der extreme Preiskampf genannt, der insbesondere durch chinesische Konkurrenz in den Markt getragen wird. In offiziellen E-Mail-Statements wurde kundgegeben, dass Samsung in dem LED-Bereich grundsätzlich aktiv bleiben, aber sich auf Hintergrundbeleuchtung für Bildschirme und Konsumerprodukte konzentrieren wird. In 2010 prognostizierte Samsung noch für LEDs, aufladbare Batterien, Solarzellen und medizinische Komponenten jährliche Umsätze für seine Unternehmensbereiche in der Größenordnung von 47,5 Milliarden US Dollar jährlich bis 2020. Dieses scheint nun nach unten korrigiert. Noch vor wenigen Wochen sickerten Meldungen durch, wonach der niederländische Elektronikhersteller Philips den Unternehmensbereich Licht auszugliedernplant, um sich auf den profitableren Bereich des Gesundheitswesens und den Konsumerbereich zu konzentrieren. Den langjährigen Lichtexperten fällt es schwer, sich vorzustellen, dass der Name Philips nicht mehr die Bedeutung im Lichtmarkt haben sollte, wie es in den vergangenen Jahrzehnten der Fall war. Das ist sicherlich auch nicht der Fall und voreilig. In der aktuellen Situation des Lichtmarktes macht es Sinn, den vom Konzern abgekoppelten Lichtbereich flexibler zu gestalten, um schneller reagieren zu können. In diesem Zusammenhang erscheint die Neustrukturierung von Osram im Sommer dieses Jahres wahrlich in einem anderen Licht. Das Unternehmen reagierte insofern auf die Marktentwicklungen mit der ganz klaren Perspektive, sich im Markt durchzusetzen. Bei allen Nachrichten sollte der Lichtmarkt nicht in Panik verfallen oder die Zukunft des Lichtdesigns grundsätzlich in Frage stellen. Im Gegenteil. Der Bedarf an LED-Lösungen und an der Modernisierung alter Lichtanlagen ist ungebrochen und das Volumen an Aufgaben nimmt weiter zu. Dies zeigt sich in der Unternehmensmeldung der Außenleuchtenherstellers AEC, die den Austausch von 80.000 Straßenleuchten in Mailand vermeldeten. Raten sie mal, welche Lichttechnik hier verwendet wird. Und auch Turin wurde als weitere Stadt des Komplettaustausches benannt. Das Problem ist aktuell ein Problem der Hersteller, insbesondere der LED-Hersteller, die sich gegenüber ihrer Konkurrenz wirtschaftlich behaupten müssen. Der erste Ansatz ist da sicherlich, die Wirtschaftlichkeit durch Umstrukturierung und Einsparungen zu erhöhen, um preislich konkurrenzfähig zu bleiben. Konkurrenz belebt das Geschäft. Ein weiterer Ansatz zum Überleben ist die Spezialisierung und hochwertige Produkte und Einsatzgebiete. Hier ist noch Entwicklungspotential, erfordert aber Forschung und zusätzliches Wissen über den Effekt von Licht auf Mensch und Umwelt. Und auch der Lichtdesigner trägt Mitverantwortung für die Zukunft der Branche. Preiskämpfe auf Kosten der Qualität können ein Risiko darstellen und die Branche in Verruf bringen. Denn Lichtanlagen, die nicht das halten, was sie und der verantwortliche Planer bei bestehendem Kostendruck versprochen haben, bringen den Beruf in Verruf. Wenn ein Bauherr glaubt, in hochwertige Anlagen zu investieren, muss er sich bestätigt fühlen. Mit Billigware aus zweifelhaften Kanälen begibt man sich auf Glatteis. Und es bleibt wieder bei der Erkenntnis: es gibt nichts für nichts! Übrigens auch keine professionellen Lichtdesigner, die für lau arbeiten können.

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