Kommentar: Aufbruchstimmung im Mittleren Osten – Light Middle East 2014

01. Dez 2014

Neue Boomphase

Text: Joachim Ritter

Die Region um die Vereinigten Arabischen Emirate und insbesondere Dubai stehen vor einer neuen Boomphase. Wie auf der Light Middle East in Hintergrundgesprächen zu hören war, werden in den kommenden Jahren allein in Dubai 400 neue Hotels gebaut. Das ist kein Tippfehler! Gründe für die erwartete Boomphase sind die Fußball-WM in Quatar, aber auch die Expo 2020 in Dubai. Große Teile der aktuell leeren Bauflächen werden auch durch das Expogelände gefüllt werden. Und wir reden hier nicht von Größenordnungen, wie wir es aus Expo-Veranstaltungen der Vergangenheit kennen. Wir reden von Größenordnungen, die in den Kontext eines Burj Khalifa einen Sinn machen. Hier herrscht wieder Aufbruchstimmung nach dem abrupten Baustopp im Rahmen der Wirtschaftskrise.

Kein Wunder also, wenn die Light Middle East in diesem Jahr erhebliche Anstrengungen unternommen hat, der Messe einen erneuten Push zu geben, die in den vergangenen Jahren etwas an Profil verloren hat. Und dieses scheint in ersten Ansätzen gelungen zu sein.

Interessant waren in diesem Zusammenhang drei Erfahrungen. Die eine betrifft den Markt und die Zufriedenheit mit der Qualität der Produkte. Martin Valentine, Lichtdesigner und Koordinator für öffentliches Licht in Abu Dhabi referierte über die neuen Anforderungen an die spezifizierten Produkte, insbesondere im öffentlichen Bereich. Hersteller, die diese Anforderungen im Vorfeld nicht erfüllen, haben in der Zukunft keine Chance mehr in das Wettbewerbsverfahren zu kommen. Interessant ist, dass die Messlatte der Qualität höher gelegt wurde, als die Industrie selbst sich dieses auferlegt hat. Abu Dhabi hat als Bauherr Erwartungen an die Industrie öffentlich formuliert. Was die Lichtbranche selbst nicht geschafft hat, sich aufzuerlegen, kommt nun als Initiative von den Bauherren. Und viele andere Bauherren der Region ziehen hier im Gefolge mit.

Martin Valentine hat mit seinem Wissen als Lichtdesigner im Auftrag seines Arbeitgebers eine neue Zeitrechnung im mittleren Osten eingeläutet. Viele Auftraggeber haben es ganz offensichtlich satt, immer wieder Ersatzlieferungen und Regresse bearbeiten zu müssen, weil LED-Produkte in den Rahmenbedingungen wie die Hitze ausfallen. Bauherren haben nun die Erfahrungen und Kompetenz, nicht alles für wahr zu halten, was von der Herstellern versprochen wird und auch was von den Planern mitzuverantworten ist. Die Luft wird damit auch für nicht qualifizierte Lichtplaner dünner.

Der zweite bemerkenswerte Hinweis ist, dass auch die Industrie im MO sich organisiert. Die Middle East Lighting Association (MELA) ist ein Verbund von Herstellern, die sich nun professionell mit den neuen Anforderungen befassen. Seit einem Jahr ist der Verband aktiv, der in die Struktur der Global Lighting Organisation eingebunden ist.

Die dritte Erfahrung ist, dass erstmals die Lighting Community des Mittleren Osten zusammengefunden hat. Im Rahmen des PLDC 2015 Warm-Ups in Zusammenarbeit mit iGuzzini kamen zur Social Gathering und der Party 150 Lichtdesigner und Architekten zusammen, die sich im Mittleren Osten etabliert haben. Diese Region hat damit einen Schritt gemacht, sich im internationalen Kontext stärker zu profilieren. Wir sind als Veranstalter mit unserer PLDC und unserem Diamantpartner iGuzzini ein wenig stolz, hier den Rahmen gegeben zu haben. Und die Gruppe, die aus dem Mittleren Osten an der PLDC 2015 in Rom teilnehmen wird, wird damit eine stattliche Größe haben und sicherlich einiges an neuen Erfahrungen zu bieten.

My opinion:

Leave a comment / Kommentieren

Leave the first comment / Erster Kommentar

avatar
wpDiscuz

©2017 published by VIA-Verlag | Marienfelder Strasse 18 | 33330 Guetersloh | Germany

Page generated in 0,215 seconds. Stats plugin by www.blog.ca