Kolumne: An international alliance instead of “Us first”

11. Apr 2017

Text: Joachim Ritter

Wir brauchen eine neue Allianz zur Etablierung des Berufes…

Zeiten, in denen wieder Mauern gebaut werden und Populisten ungehindert ihren Unrat verbreiten können, sind wie ein Subventionsprogramm für Journalisten. Derart viel gibt es zu kommentieren und zu recherchieren. Zeitungen rüsten personell auf. Was wir aktuell in unserer politischen Landschaft erleben ist mehr als eine Aussicht auf Überstunden ohne Ende…

Nun stellt sich die Frage, was eine Amtseinführung des Egomanen und Populisten Donald „Dagobert Duck“ Trump oder ein Brexit ohne Exit mit Lichtdesign zu tun haben? Nun, lassen Sie mich es so formulieren: Einen Mann zum Umweltminister zu ernennen, der die Globale Erwärmung leugnet, ist gleichbedeutend mit Trumps Vorstellung, einen Mexikaner zum Präsidenten der IALD zu machen…!

Oups!

Da wir in den vergangenen Tagen schon sehr hässliche Unterschriften unter Dekrete erleben mussten – jeden Abend müssen wir uns in der Tagesschau eine weitere Zeremonie über uns ergehen lassen, die aussieht wie die Tage zuvor –, und uns wirklich nichts mehr absurd erscheint, sollten wir auch damit rechnen, dass Donald Trump sich in die Belange der IALD einmischt und per Dekret agiert.

Nun mal im Ernst: es geht i Folgenden nicht um Schelte, sondern um eine sachliche Analyse der Situation. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre im Bereich der Lichtdesigngemeinschaft verläuft doch kaum anders als die der allgemeinen Politik. Abschottung und nationales Denken geht vor Kooperation. Der erste Satz der Statuten der European Lighting Designers‘ Association, ELDA aus dem Jahr 1994 lautete: „Der Lichtdesignerverband ELDA unterstützt die europäische Idee und hat sich zum Ziel gesetzt, die Rolle des Lichtes und des Lichtdesigners / der Lichtdesignerin als Bindeglied zwischen den Völkern zu nutzen.“ Kooperation war der Katalysator für die Entwicklung des Lichtdesigns in Europa.

Das hat durchaus auch funktioniert und zwar so gut, dass anderer Teile des Globus sich diesem Verband anschließen wollten und auf Grund dessen der Verband zu PLDA umbenannt wurde, um sich nicht mehr auf Europa alleine zu fokussieren. Doch dann wurde die Satzung verändert, der Satz über die Europäische Idee wurde gestrichen und PLDA in der Folge ins Chaos getrieben. Natürlich ist nicht alles von diesem Satz abhängig gewesen, aber es zeigt doch, wie auch kleine Puzzelstücke Teil eines Gesamtbildes sind. Eben bedeutsam.

Heute finden wir wieder national Gruppierungen, die sich um die Belange der Lichtdesigner zu bemühen versuchen. England, Frankreich, Italien, Spanien: Alle fokussieren wieder verstärkt auf ihre nationalen Belange ohne Verständnis für Kollegen jenseits der Grenze oder des Kanals. Und „Me First“ als Strategie ist kein Konzept von Dauer!

Es waren die Aktivitäten und der Geist der ELDA / PLDA, die den Europäischen Markt weltweit zur treiben Kraft modernen Lichtdesigns entwickelt haben, die Hochschulkurse in Hildesheim, Wismar und Stockholm etabliert haben, in Drammen, Barcelona und Madrid. Auch in Asien hat dieses Beispiel Nachahme gefunden. So kooperiert Wismar mit KMUTT in Bangkok / Thailand und bietet einen Fernstudiengang. Kooperation eben. Doch Allerorts werden aktuell wieder und wieder diese Kurse in Frage gestellt und weder die Existenz der IALD noch die nationalen Gruppierungen von 30, 50 oder 100 haben in den letzten Jahren zu einer spürbaren Stabilisierung oder Etablierung des Berufes beigetragen. In Frankreich existiert noch immer kein Masterstudiengang für Lichtdesign. Und überhaupt, wer in UK, Frankreich oder Spanien spürt den Frust kleiner Nationen wie Belgien, Niederlande oder Island? Kleine Länder bedeutet wenig Lichtdesigner ohne durchschlagende Präsenz in der Gesellschaft. PLDA war eine Institution, die selbst in diesen Ländern bekannt war.

Was also hat das Nationaldenken der allgemeinen Politik mit Lichtdesign zu tun? Es zeigt sich, dass nur die Zusammenarbeit in internationaler Ebene stark macht und Entwicklungen einzuleiten vermag. PLDA hatte international 800 Mitglieder mit einer weltoffenen kooperativen Philosophie.

Mit 800 oder mehr Experten bei der EU aufzuschlagen ist kraftvoller als mit 30, 50 oder 100 einzelner Hauptstädte. Europa sollte sich wieder einen, um Stärke und Überzeugung zu zeigen und endlich den nächsten Schritt in der Entwicklung einzuleiten. Gesellschaftspolitisch wie auch im Lichtdesign.

Es ist Zeit für eine Allianz im Lichtdesign, um die notwendigen Ziele im Interesse des guten Lichtdesigns zu erreichen – und zu vergewissern, dass in der Zukunft Licht und Beleuchtung von qualifizierten Spezialisten geplant und gestaltet werden.

www.pld-alliance.org

My opinion:

Leave a comment / Kommentieren

Leave the first comment / Erster Kommentar

avatar
wpDiscuz

©2017 published by VIA-Verlag | Marienfelder Strasse 18 | 33330 Guetersloh | Germany

Page generated in 0,247 seconds. Stats plugin by www.blog.ca