Text: Prof. Susanne Brenninkmeijer
Photo: Wikipedia

05. Mrz 2013

Alleskönner LEDs?
Eine kritische Betrachtung

Seit ihrer Erfindung haben Weißlicht-LEDs sich in groβen Sprüngen entwickelt. Täglich gibt es Neuigkeiten über steigende Effizienz, bessere Farbwiedergabe und sinkende Kosten. Obwohl nur zehn Prozent der gesamten Lichtlösungen aus LED bestehen, zeigen die Hersteller auf den weltweiten Messen zu 90 Prozent LEDs und daran angepasste Produkte. Diese Vielfalt ist eher verwirrend als anregend.

Jetzt ist die Zeit reif für einen kritischen Blick auf die Fakten. Wir müssen eine Diskussion beginnen, die auch soziale Faktoren berücksichtigt und in der die Planer zu ihrer Verantwortung für die Umwelt und gegenüber den Nutzern stehen. Raus aus dem Hype, rein in die Realität! Selbst Nachrichten über mögliche gravierende Gesundheitsschäden durch LED-Beleuchtung, insbesondere bei Kindern haben zwar für einen kurzen, zumindest europaweiten Aufschrei gesorgt, wurden dann aber bald wieder von der Begeisterungswelle weggeschwemmt. Eine Welle von angeblichen Vorteilen der leuchtenden Halbleiter, vergrößert durch die Verzweiflung über das Verbot der Glühlampe ohne echte Alternativen. Oben auf schwimmt die Energieeffizienz, der vordergründige Faktor für das Aus der Glühlampe und in 90 Prozent der Fälle der Grund für einen Wechsel zu LEDs. Aber in wie weit erfüllen LEDs die Versprechen der Hersteller nach Effizienzen von bis zu 120 lm/W und 50.000 Stunden Lebensdauer?

Die Erwartungen, die an die Energieeinsparung durch den Wechsel der Glühlampen zu Kompaktleuchtstofflampen gestellt wurden, sind gerade durch die erste Bilanz bitter enttäuscht worden.

Der Begriff der „Sparlampen“ scheint eher Bezug zu nehmen auf die vorab notwendige Beschäftigung mit Produktions- und Entsorgungskosten und deren folgernden Problemen. Die Frage liegt nahe, ob die Prognosen für die effizienten Lichtdioden nicht auf ähnlichen Berechnungen fußen.

Bereits im November 2011 veröffentlichte die deutsche Zeitschrift „Öko-Test“ eine Testreihe mit elf LED Retrofit-Lampen, die als Ersatz für eine 60 Watt Glühlampe auf dem Markt angeboten wurden. Der deutsche Baubiologe Wolfgang Maes fand heraus, dass lediglich drei dieser elf die Angaben der Effizienz erfüllten. Bei sieben entsprach der Lumen-Output nicht dem auf der Packung angegebenen, eine erreichte nicht einmal 16 Prozent davon. Auch die Angaben zur Lebensdauer von 50.000 Stunden wurden von zwei Exemplaren bereits nach 3.000 Stunden Brenndauer ad absurdum geführt. Das Ergebnis sind frustrierte Käufer und im Planungsbereich frustrierte Kunden, deren Erwartungen, genährt durch all die wunderbar beschriebenen Vorteile der Werbung und von der Industrie vorbereiteten Presseberichten nicht erfüllt wurden. Es ist Zeit für Realismus.[…]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 86.

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